"Ich will der Compass Box von Irland werden." MargareteMarie im Gespräch mit Louise McGuane, Whiskey Bonder (deutsche Übersetzung)

Louise McGuane ist der erste Whisky Bonder in Irland seit fast einem Jahrhundert. Und sie hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: „Ich will der Compass Box von Irland werden,“ sagt sie. Vor ein paar Tagen hatte ich Gelegenheit, Louise in Deutschland zu treffen, wo sie nach einer zweijährigen Entwicklungszeit ihre erste Abfüllung präsentierte. Hier mein Gespräch mit ihr: 
 
Louise McGuane, Irelands einziger Whiskey Bonder. © Foto: MargareteMarie

MM: Louise, du hast mir gerade erzählt, dass du derzeit der einzige Whiskey Bonder in ganz Irland bist. Was genau macht denn ein Whiskey Bonder?

Louise: Whiskey Bonding ist ein sehr altes Geschäftsmodel, das vor langer Zeit in Irland existierte. Noch bis 1930 haben die Brennereien in Irland ihren Whiskey nicht selbst abgefüllt, sondern ihn an Dritte verkauft, die dann den Whiskey lagerten, Blends entwickelten und unter ihrem eigenen Label verkauften. Diese sogenannten Bonders haben das zum Teil in großem Stil gemacht. In Dublin gab es damals viele Lagerhallen von großen Bondern, aber es gab auch kleine Unternehmen.

In meiner Heimat, der Westküste von Irland, waren es normalerweise Leute, die eine Kneipe hatten, oder einen Tante-Emma-Laden, die ein paar Fässer kauften, und diese Fässer dann auf ihrem eigenen Gelände reifen ließen, und für die Kunden je nach Wunsch einen Blend zusammenstellten. Jeder größere Ort hatte seinen eigenen Whiskey, es gab eine unglaubliche Vielfalt. Aber das alles kam in den 1930er Jahren zum erliegen, und statt Hunderten von Brennereien hatten wir schließlich nur noch vier, die übrig blieben. Und diese vier Brennereien haben die Bonder nicht mehr beliefert, sie fingen an, selbst zu vermarkten und ihren Whiskey zu eigenen Blends zu verarbeiten.

Ich will diese alte Tradition unter dem Markennamen J.J. Corry wieder beleben. J.J.Corry war ein Whiskey Bonder ganz in der Nähe meiner Farm. Ich habe viele Informationen darüber, was er gemacht hat und wie er es gemacht hat, und wo er seine Fässer her hatte. Das ist meine Inspirationsquelle, und ich versuche, seine Arbeit in die moderne Zeit zu übertragen.

MM: Ist das der Grund, warum deine erste Abfüllung so ein klassisches Design hat?

J.J. Corry hatte einen kleinen Laden in Kilrush, nur drei Meilen entfernt von meiner Farm. Man konnte dort alle möglichen Sachen kaufen, wie Rum, Port, Brandy, und sogar Munition und Fahrräder. Er hatte auch seinen eigenen Blend „Corry’s Special Malt“. Sein Geschäft existierte bis 1983, als seine Tochter starb. Sie hatte seit dem Tod ihres Vaters in den 1930er Jahren nichts geändert, und alles war noch genau so wie damals.

Der Laden wurde dann verkauft, und die Inneneinrichtung ging an einen Antiquitäten-Händler, der ihn an ein Freilichtmuseum (Bunratty Folk Park) weiter verkaufte. Man kann den Laden dort heute noch immer sehen. Auf dem Speicher fand man solche Sachen wie Etiketten, Packpapier, Anzeigen, Telegramme und sogar die Rezepte von J.J. Corry. Ich habe also eine große Menge an Unterlagen über die alte Firma, was sehr wertvoll für mich ist. Und es gibt auch noch die Original Etiketten. Ich habe das Design etwas modernisiert, und das Kleeblatt von einem Kalligraphie-Künstler überarbeiten lassen, denn damals wurden solche Etiketten von Kalligraphen gestaltet.

MM: Hast du schon zuvor in der Getränke-Industrie gearbeitet?
 
Louise: Ja, ich habe Irland 1995 verlassen und bin zunächst zu Moet Hennessy gegangen. Später habe ich dann für Pernot Ricard und danach für Diageo gearbeitet. Mein gesamtes Berufsleben habe ich im Bereich Marketing und mit großen, multi-nationalen Firmen verbracht. Aber als ich vor einigen Jahren geheiratet habe, wollte ich nicht länger in der Welt herum reisen, und bin nach Irland zurück gekehrt. Meine Eltern sind Farmer, und sie werden nicht jünger. Es war auch an der Zeit, über die Zukunft der Farm nachzudenken.

MM: Du hast also eine Farm, ein Whiskey-Lager mit vielen Fässern, aber du hast keine Brennerei.

Louise: Ich kaufe den Whiskey von anderen Brennereien, und ich habe ein sogenanntes „Bonded Warehouse“, also einen Zollspeicher,  auf meiner Farm bauen lassen, um meinen Whiskey selbst reifen zu können. Ich werde auch noch eine Mischanlage errichten, so dass ich dann auch vor Ort mischen kann. Das Planungsverfahren läuft bereits, und ich hoffe, dass ich die Anlage im kommenden Juni eröffnen kann. Derzeit muss ich zum Mischen und Abfüllen noch zu einem Fremdanbieter fahren.

Nach alter Tradition: J.J. Corry. © Foto: MargareteMarie


MM: Woher beziehst du deinen Whiskey? 

Louise: Noch vor zehn Jahren hätte ich das nicht machen können, weil es damals nur ein oder zwei Brennereien in Irland gab. Aber jetzt gibt es etwa 32 Brennereien, entweder geplant oder schon in Betrieb. Derzeit beziehe ich meinen Whiskey von einer ganz bestimmten Brennerei, bis zum Jahresende werde ich Whiskey von zwei weiteren Brennereien bekommen, und dann habe ich schon drei verschiedene Sorten in meinem Lagerhaus.

Bis zum Ende nächsten Jahres will ich bei zwei bis vier weiteren Brennereien einkaufen. Der Whiskey-Markt in Irland hat sich in den vergangenen drei Jahren komplett gewandelt. Die neuen Brennereien warten darauf, dass ihr Whiskey fertig wird, viele von ihnen verkaufen auch an Großhändler, und ich knüpfe derzeit viele Kontakte zu Brennereien, um so viel Whiskey einkaufen zu können wie möglich – von den großen, aber auch von den kleinen Brennereien, und da wird die Sache dann so richtig spannend.

MM: Kaufst du fertig gereiften Whiskey oder frisch von der Brennblase oder beides? 

Louise: Im Augenblick kaufe ich beides. Ich bekomme fertig gereiften Whiskey aus dem Cooley Lager, und auch ein bisschen was von Bushmills – das ist derzeit der einzig gereifte Whiskey, den es in Irland auf dem freien Markt gibt. Und es gibt immer weniger davon, weil in den vergangenen zwei oder drei Jahren so viel davon verkauft wurde. Ich habe also fertigen Whiskey, den ich im Laufe der nächsten fünf Jahren auf den Markt bringen werde. Ich plane mit etwa 1.000 Einheiten pro Jahr. Und ich kaufe auch neuen Whiskey direkt von der Brennblase. Dieser „New Fill“ wird in meinen eigenen Fässern gelagert, also Fässer, die ich selbst erworben habe.

Ich bin sehr akribisch, was meinen Whiskey anbelangt. Ich sorge dafür, dass die Qualität hervorragend ist, ist kaufe nicht alles, was mir angeboten wird, und auch nicht bei jedem. Ich beginne mit ausgezeichneter Qualität, und dann fülle ich diesen Brand in Fässer, die ebenfalls eine hervorragende Qualität haben. Es sind „saftige“ Fässer, deren Ursprung ich genau kenne. Es ist sehr wichtig, dass ich die Oberhoheit über meine Fässer habe, von dem Augenblick an, wo sie die Brennerei verlassen. Es liegt in meiner Hand, welche Qualität mein Whiskey später haben wird.
 
MM: Kannst du mir einige Beispiele geben, welche Fässer du gekauft hast?

Louise: Das erste Batch reift derzeit in Ex-Bourbon und Ex-Tennessee-Fässern in meinem Lagerhaus heran. Ich habe Jack Daniels-Fässer, Woodford Reserve-Fässer und Old Forester-Fässer. Ich bin dazu nach Louisville in Kentucky gefahren, und habe die Fässer bei einem Händler gekauft, der sich auf die Ausstattung von kleinen Handwerksbetrieben in den USA spezialisiert hat. Er bezieht seine Fässer direkt aus den Brennereien, wo seine Cousins arbeiten.

Ich habe explizit nach diesen drei verschiedenen Fass-Typen gesucht, weil ich das Aroma-Profil mag, und ich habe genau festgelegt, welcher Malt oder Grain in die jeweiligen Fasstypen hinein kommt. Die Fässer waren bereits fünf Wochen nach dem Entleeren bei mir angekommen, sie waren also noch richtig frisch.

Ich habe auch sicher gestellt, dass ich keine speziell ausgespülten Fässer erhalte. Manche Brennereien in den USA haben ein besonderes Verfahren, um den letzten Rest des Bourbon aus dem Holz zu saugen. Solche Fässer sind weniger aktiv als normale Fässer. So was will ich nicht. Meine Fässer sind richtig frisch und saftig. Ich kann den Unterschied schon sehr gut sehen. Mein Whiskey entwickelt sich fantastisch, und hat jetzt schon eine ganz tolle Farbe.


Louise und ihre deutsche Importeurin, Mareike, vor der Deutschland-Premiere in Fulda-Petersberg. © Foto: MargareteMarie



MM: Wie lange werden wir noch warten müssen, bis du deinen eigenen Whiskey auf den Markt bringst?
 
Louise: Ich weiß es nicht. Der Whiskey entwickelt sich wunderbar, aber ich werde warten müssen, bis er fertig ist. Also mindestens fünf Jahre, schätze ich. Vielleicht mache ich in drei Jahren eine Sonderabfüllung. Aber es wird so lange dauern, wie es dauert. Ich habe genügend reifen Whiskey für die nächsten fünf Jahre. Danach wird man sehen müssen.

MM: Wie verwaltest du deinen Fassbestand? 

Louise: Ich habe nur Excel-Tabellen, aber jedes Fass hat seinen festen Platz im Lagerhaus, und alles ist genau festgehalten. Jedesmal, wenn ein Fass bewegt wird, halte ich das ebenfalls fest. Ich habe keine hochentwickelte Computer-Technologie, aber man muss sehr akribisch sein, wenn man ein Zolllager hat.

MM: Was bedeutet es denn, wenn man ein Zolllager auf seiner Farm hat? 

Louise: Es bedeutet, dass der Whiskey von der Brennerei bis zu meiner Lagerhalle zollfrei reisen darf. Er befindet sich außerhalb des Zollraums. In dem Moment, wo ich den Whiskey aus meinem Lager heraus nehme, muss ich Steuern zahlen. Die Steuerkontrolleure können jederzeit vorbei kommen, und mein Lager kontrollieren. Ich musste auch für ein Büro sorgen.

MM: ... inklusive der Kaffeemaschine? 

Louise: Nicht ganz. Aber ich musste Toiletten einrichten, und auch für einen vollwertigen Internet-Zugang sorgen. Es ist wohl nicht so schlimm wie in Schottland, und ich habe einen guten Kontakt zu meinem Steuerkontrolleur.

© Foto: MargareteMarie

MM: Kannst du mir ein bisschen mehr über dein Lagerhaus erzählen?
 
Louise: Es gibt derzeit in Irland eine Menge Leute, die Whiskey kaufen und unter eigenem Label weiter verkaufen, aber die Fässer lagern meist in großen, zentralen Lagerhallen. Ich glaube, dass meine Lagerbedingungen etwas einmaliges schaffen werden. Mein Lager hat einen Lehmboden. Es ist das einzige Lagerhaus mit Lehmboden in ganz Irland, das weiß ich genau. Früher waren Lehmböden traditionell, weil sie sehr gut für die Luftfeuchtigkeit sind, aber sie sind inzwischen alle verschwunden. Wenn ich eine höhere Luftfeuchtigkeit brauche, sprühe ich einfach etwas Wasser auf den Fußboden und es reguliert sich von selbst.

Das Lagerhaus hat eine Ausrichtung nach Süden, so dass wir viel thermale Energie bekommen, und es kann ganz schön heiß innen werden. Das ist gut, weil dadurch große Schwankungen in den Tag-und-Nacht-Temperaturen entstehen. Ich habe jetzt auch einen Wettermonitor außen am Lager angebracht, und ich sammle derzeit die Daten für ein Jahr, um zu sehen, wie sich der Luftdruck und die Temperatur auswirken. Ich wette, dass die Lagerbedingungen einen entscheidenden Unterschied für den Whiskey machen werden, der in meinem Lager reift.

Wo der Whiskey reift. Farm und Lagerhalle von Louise

MM: Lagerst du den reifen Whiskey auch auf deiner Farm?
 
Louise: Nein, es würde keinen Sinn machen, einen 26 Jahre alten Whiskey dorthin zu bringen. Der ist schon fertig. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich sehr gute Fässer von Cooley bekommen habe. Es waren keine schlechten Fässer dabei, alle Fässer, die ich ausgewählt habe, waren wirklich gut. Ich wusste genau, wie viel 10jährigen, wie viel 15jährigen und wie viel 26jährigen Whiskey ich haben wollte, wegen der Kosten. Wir sind also zu Cooley gegangen und haben viele Fässer durchprobiert, und vor allem die 26jährigen wurden alle einzeln ausgewählt. Er hat eine super Qualität.

Meine Aufgabe ist es nun, im Lauf der nächsten Jahre meinen eigenen Hausstil zu entwickeln.
Ich werde wohl niemals exakt das gleiche generieren können, und es wird ein Jahrzehnt dauern, ehe sich die Dinge eingespielt haben. In der Zwischenzeit kann ich mit dem Whiskey experimentieren, den ich habe, und mir überlegen, was ich tun will.

Ich habe zum Beispiel vier wunderschöne rauchige Fässer mit 26 Jahre altem Whiskey. Die Fässer riechen ganz stark nach Torfrauch, obwohl der Whiskey nicht rauchig war. Aber in den Fässern war vorher irgendein rauchiger Whiskey drin. Ich muss mir jetzt überlegen, was ich damit machen will, ob ich die Fässer in meinem nächsten Blend als Ober-Note benutze oder ob ich sie separat mische und abfülle. Das ist der Punkt, wo die Sache anfängt, interessant zu werden: wenn man anfängt, in die Details zu gehen, und genau zu schauen, was man eigentlich hat, und es gibt uns eine große Bandbreite, mit der wir hier spielen können.

MM: Du bist heute nach Deutschland gekommen, um deinen ersten Blend vorzustellen. Kannst du uns ein paar Details über seinen Inhalt verraten?

Louise: Ich wollte mein Debüt mit einem klassischen Irischen Whiskey geben, und nicht mit einem Finish. Ich will mit dieser Abfüllung unsere Fähigkeiten als Whiskey-Blender beweisen. Wir haben unglaublich viel Arbeit hineingesteckt, und 15 verschiedene Blends entwickelt, ehe wir uns für die finale Version entschieden haben. Unsere Arbeitsweise sieht so aus, dass wir zunächst alle Fässer bestimmten Aroma-Blöcken zuweisen, und dann daraus den Kern unserer Abfüllung entwickeln.

Anschließend wird dieser Kern mit einem 26 Jahre alten Whiskey und Grain Whiskey abgerundet. Am Ende hatten wir einen sehr fruchtbetonten Blend, mit wunderbaren Fruchtnoten von weißem Steinobst, Pfirsiche zum Beispiel, und auch Zitrusnoten, ein schönes Pfefferkorn-Finish, etwas Mineralität, zweifelsfrei ein typisch Irisches Produkt. Es ist dieses Fruchtbomben-Aroma, das die Leute am Irischen Whiskey so lieben. Das wollte ich liefern.

Wir haben für Batch Eins 7.500 Flaschen abgefüllt, und danach wird dann Batch Zwei kommen. Ich will aber erst einmal abwarten und sehen, wie Batch Eins bei den Kunden ankommt, ehe ich entscheide, was wir mit Batch Zwei machen wollen. Es wird wahrscheinlich im nächsten Februar oder März auf den Markt kommen.

© Foto: MargareteMarie

MM: Wir haben heute abend J.J. Corry Batch One probiert, und ich war sehr überrascht, wie sehr der 26 Jahre alte Whiskey von Teeling heraus stach. Wolltest du, dass dein Whiskey schmeckt wie ein alter Teeling?
 
Louise: Fünf Prozent im Rezept sind 26 Jahre alter Whiskey von John Teeling. Das ist ein sehr mutiger Schritt gewesen, so viel davon zu nehmen, denn es ist ein sehr seltener Whiskey. Ich will ehrlich mit dir sein: wir hatten Blend A, B, C und D ausgewählt, und dann mit ganz vielen Leuten blind verkostet, und alle haben sie sich für die jetzige Version entschieden. Die anderen Blends hatten nur 2 oder auch 3 Prozent von dem alten Whiskey, aber die Leute haben diese Version bevorzugt. Und wir haben dann diese Mischung auch ausgewählt, weil das den Leuten am besten geschmeckt hat. Diese alten Fässer sind wirklich etwas besonderes, es waren alles Ex-Sherry-Fässer.

MM: Was ein Beweis dafür ist, dass die Leute tatsächlich Qualität schmecken können, auch wenn sie gar nicht wissen, was drin ist.
 
Louise: Ja, das ist es. Aber für meine Investoren war es kein lustiges Gespräch. Die meinten eher „...das ist aber teuer...“ und ich sagte dann „Ja, weiß ich, aber.....“ Es war wirklich eine entscheidende Schlüsselfrage, dass ich Fässer auch benutze, selbst wenn es dadurch sehr teuer wird. Diese Fässer sind nun unwiederbringlich verloren, sie sind weg. Aber ich wollte nicht den billigeren Weg gehen. Ich wollte Qualität vor Quantität. Und ich hoffe, dass die Leute diesen Unterschied auch wahrnehmen.

MM: Was sind denn die anderen Bestandteile in deinem Blend?
 
Louise: Es sind 5% 26 Jahre alter Single Malt aus Ex-Sherry-Fässern, 27.5% 15 Jahre alter Single Malt, 27.5% 11 Jahre alter Single Malt, und 40% 7 Jahre alter Single Grain.

MM: Wo wird dein Whiskey erhältlich sein?
 
Louise: Wir sind nur eine sehr kleine Firma, und ich werde meinen Whiskey nur in Irland, in den USA und in Deutschland auf den Markt bringen. Deutschland ist sehr wichtig für mich, und es macht großen Spaß, mit Mareike zusammen zu arbeiten. Sie hat die richtige Leidenschaft.

MM: Können Leute auch auf deiner Farm vorbeikommen und deinem Warenlager einen Besuch abstatten?
 
Louise: Wenn jemand ganz besonders enthusiastisch ist, werde ich ihn gerne auf der Farm herumführen. Aber offiziell werden wir erst im nächsten Sommer ein Besucher-Zentrum für kleine Touren haben. Wir haben eine alte Scheune auf dem Gelände, noch aus dem 15. Jahrhundert, die früher das Wohnhaus war, und dort werde ich eine kleine Fass-Böttcherei und einen Verkostungs-Raum einrichten.

MM: Du bist der Gründer und der Besitzer der Firma. Wer gehört sonst noch zu deinem Team?
 
Louise: Ich habe die Firma ganz alleine gegründet, und ich betreibe das Geschäft auch ganz alleine. Vor kurzem ist noch eine junge Frau dazu gekommen, die für uns als Brand Ambassador in den USA arbeiten wird. Ich habe ein erweitertes Team um mich herum, ich habe einen Master Blender, mit dem ich zusammen arbeite, und einen Master Cooper, und ich habe viele Freunde in der Whiskey-Industrie. Aber in der tagtäglichen Alltags-Routine bin ich mit meinem Hund Ruby alleine in meinem Büro.

MM: Macht es einen Unterschied, dass du eine Frau bist?
 
Louise: Ja, leider. Ich wollte, es wäre anders. Als ich anfing, in Irland Whiskey zu kaufen, haben mich die Leute nicht ernst genommen, weil ich eine Frau bin. Die Erwartung in der Whiskey-Industrie ist noch immer, dass die Männer die Firma leiten. Der Vorteil ist, dass man unterschätzt wird. Und unterschätzt zu werden, gibt dir eine sehr starke Position.

MM: Es sind Frauen wie du, die den Unterschied machen. Vielen Dank für dieses Interview, Louise.


Adresse:

The Chapel Gate Irish Whiskey Co. Ltd

Gowerhass, Cooraclare,
Kilrush. Co. Clare
Ireland

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