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Großes Glenallachie Blind Tasting - 13 verschiedene Abfüllungen im Direkt-Vergleich

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 "Vertical Tastings" sind eine grandiose Sache, denn im direkten Vergleich lässt sich wunderbar herausschälen, wie sich die einzelnen Abfüllungen unterscheiden und welches Konzept die jeweilige Brennerei verfolgt. Vor kurzem konnte ich an einem privaten Vertical Tasting der Glenallachie Brennerei teilnehmen. 13 Samples galt es zu verkosten, und schon allein diese hohe Zahl zeigt, wie rührig Billy Walker von der Glenallachie Distillery in den letzten Jahren gewesen ist. Das Tasting wurde als Blind-Tasting durchgeführt. Da die Whiskys von Glenallachie immer ungefärbt sind, habe ich euch zur besseren Einordnung hier noch mal das Farb-Schema des Whisky-Magazin herausgesucht: Wie bereits eingangs erwähnt, wurde das Tasting als Blind Tasting durchgeführt. Meine Tasting Notes sind während des Tastings entstanden, und wurden nach Bekanntgabe der Abfüllungen nicht mehr umgeändert, sondern nur noch mit den entsprechenden Informationen ergänzt.  1) Glenallachie 1996/2016, Signatory Vint

TASTING NOTES: Ardbeg Scorch

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Die Committee Abfüllungen von Ardbeg enttäuschen  selten. Man kann sie eigentlich blind kaufen. Und genau das ist das Problem. In diesem Jahr kann das Fèis Ìle, das jährliche Inselfest auf Islay, leider nicht stattfinden. Die dazu gehörige Committee-Abfüllung von Ardbeg ist trotzdem erschienen, und in den Sozialen Netzwerken ardbegelt es derzeit wieder mal gewaltig. Eigentlich ist es jedes Jahr das gleiche Spiel: man geht mit niedrigen Erwartungen ran, denn man denkt, "es kann im Vergleich zum Vorjahr doch nur schlechter werden, bei all diesem Hype". Und natürlich will man in diesem Jahr den Hype keinesfalls mitmachen.  Mal ehrlich, genau so denken doch die meisten von euch. Und ich auch. Gestern also kam mein Sample von der deutschen Marketing-Abteilung von Ardbeg, worüber ich mich natürlich freue, aber ach, so gut wie früher kann es doch gar nicht mehr sein.  Doch die Neugier hat gegen die Skepsis gesiegt, ich habe mein Sample also gestern abend gleich noch probiert. Der er

TASTING NOTES: Ben Nevis, Black Corbie, Ex-Borbon Hogshead, Port Finish, 5 Jahre, 61,4%

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Whisky der Ben Nevis Distillery genießt seit Jahren einen gewissen Kult-Status. Entsprechend schnell sind Abfüllungen vergriffen, wenn denn mal wieder eine auf den Markt kommt. Das Besondere an der vorliegenden Abfüllung: sie ist "heavily peated".  Man muss sich dieser Tage schon sputen, wenn man einen Ben Nevis haben will. Denn den wollen viele andere auch. Rolf Kaspar hat in der Reihe "Black Corbie" vor einigen Monaten einen Ben Nevis abgefüllt, der zwar recht jung ist, aber viel Rauch mitbringt - zwei Eigenschaften also, die sich eigentlich gut vertragen. Zudem wurde die Abfüllung angeblich auch noch in einem Portwein-Fass gefinished. Das muss doch gut sein, oder? Meine Tasting Notes: Ben Nevis, Black Corbie, Ex-Bourbon Hogshead, Port Finish, 5 Jahre, 2.7.2015-14.9.2020, peated, Fass-Nr. 399 Farbe: 0.1 - Riesling Die helle Farbe sollte euch nicht abschrecken, erst vor ein paar Tagen hatte ich einen Loch Lomond im Glas, der trotz seiner sehr hellen Farbe richtig l

TASTING NOTES: C&S Dram Collection, Loch Lomond, 2010-2017, 6 Jahre, 60,2%

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Loch Lomond kann einen immer wieder überraschen. Erst recht, wenn er in Fass-Stärke von einem unabhängigen Abfüller kommt. Da sollte man sich auch von der blassen Farbe nicht täuschen lassen. Gestern abend habe ich beim Aufräumen meiner Sample-Kiste einen Whisky wieder entdeckt, der bereits 2017 abgefüllt wurde. Hätte dieser Whisky heute - vier Jahre später - überhaupt noch eine Chance? Seit Corona-bedingt das online-Marketing einen enormen Boom erfahren hat, sind auch die Whiskys immer dunkler geworden - und die Tricks, mit einem gekonnten Kurz-Finish einem allzu blassen Whisky aufzuhübschen sind vielfältig.  Doch dieser Loch Lomond braucht keine Tricks. Auch nach vier Jahren in der Sample-Flasche ist er noch so unglaublich frisch und präsent im Glas, dass ich ihn euch unbedingt vorstellen möchte. Meine Tasting Notes: C&S Dram Collection, Loch  Lomond, 3.5.2010-23.1.2017, 6 Jahre, Fass 315, 310 Flaschen,  60,2% Farbe : Nicht so toll. Gerade mal 0.1. - sehr blasser Riesling.  Aroma

Tasting Notes: Jack's Pirate Whisky, Islay Single Malt, Sachsen Edition, Das gestohlene Schiff Part X

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Jack's Pirate Whisky gehört inzwischen schon zu den Klassikern auf dem deutschen Whisky-Markt. Sein Kennzeichen: überwiegend junge, rauchstarke Islay-Whiskys, ein frecher Hund und auf der Rückseite der Flasche eine Fortsetzungsgeschichte.   Die komplette Geschichte vom gestohlenen Schiff kennt wohl nur jemand, der alle Abfüllungen aus dieser Serie von Jack Wiebers gesammelt und die Rücketiketten gelesen hat. Und vielleicht wird mir eines Tages auch jemand diese Geschichte erzählen können. Bis dahin erzähle ich euch lieber, was ich im Glas habe: Tasting Notes: Jack's Pirate Whisky, Islay Single Malt, Sachsen Edition, 51,5%, Cask 097, Sherry-Fass-Finish, destilliert und abgefüllt in Schottland, 194 Flaschen Farbe: 1.6 dunkles mahagoni Aroma : Liebstöckl, gebratene Austernpilze, warme Zigarrenasche, muffelige Kellerräume, alter Staub, Walnüsse und getrocknete Feigen. Geschmack : süß, mit viel altem Holz und starken Sherry-Noten. Mittlerer Körper,  Nachklang : eher kurz Fazit: mi

TASTING NOTES: Ben Bracken 40 - gefärbt, gefiltert und bieder.

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Vor kurzem hat ein Discounter wieder einmal versucht, uns mit einem besonders edlen Produkt zu beglücken. Mit viel Schwarz und Gold sieht er ja schon sehr edel aus, der Ben Bracken 40. Und 40 Jahre sind eine stolze Zahl. Wen stört da schon, dass er mit viel Zuckerkulör auch im Glas zum Glänzen gebracht wurde. Der Ben Bracken 40 ist seit ein paar Jahren ja ein regelrechter Dauerbrenner bei Lidl. Auch in diesem Jahr   war es höchste Zeit, dass er in die Flasche kam. Eine Fass-Stärke und dann nur 42,1% - viel länger hätte man da nicht mehr warten dürfen, sonst hätte der Angel's Share das Geschäft ruiniert. Da ist Lidl wohl wieder mal ein echtes Schnäppchen gelungen. Oder vielleicht doch nicht? Vom glanzvollen Äußeren sollte man sich nicht täuschen lassen, der Whisky ist gefärbt und kühlgefiltert. Meine Tasting Notes: Farbe: Ich war immer der Meinung, dass man nicht schmecken kann, ob ein Whisky gefärbt wurde oder nicht. Dieser Whisky hat mich eines Besseren belehrt.  Aroma: überrasc

Dalwhinnie 30, Special Releases 2020, 54,7%

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Bereits im Januar wurden die Special Releases 2020 bei einem Online-Tasting von Finest Whisky in Berlin präsentiert. Cragganmore, Talisker und Mortlach waren eindeutig die Platzhirsche gewesen. Doch auch der Dalwhinnie 30 ist es wert, dass man ihn mit ein paar Zeilen würdigt. Marcus hat ihm sogar ein ganzes Gedicht gewidmet. 30 Jahre sind schließlich kein Pappenstiel. Hier meine Tasting Notes: Dalwhinnie 30, Special Releases 2020, 54,7% Farbe: 1.0 Kupfergold Aroma : Überraschend frisch, mit viel süßen Quitten,  reifen Äpfeln, Rhabarber, Honigmelone, und Bohnerwachs. Die delikaten Fruchtnoten werden untermalt von mineralischen Tönen und zarten Kräutern, die die Süße angenehm abmildern. Frisch, zart und elegant, und nur ganz entfernt ein Fitzelchen Eiche.  Geschmack : Ölig, kräftig, wachsig und sehr würzig, mit mittelstarkem Körper und deutlich mehr Kraft, als ich nach dem Verriechen vermutet hätte. Nachklang : lang und warm Fazit : Obwohl der Dalwhinnie deutlich älter ist als der Cragg