Freitag, 21. November 2014

Herbstcocktail: Melodies of Autumn

Die Leichtigkeit des Sommers ist längst vorbei, der Herbst hat uns mit seinen stürmischen Tagen fest im Griff. Jetzt heißt es, Vorkehrungen zu treffen, damit man die gute Laune nicht verliert. 

Cordula Langer, Mixologin in der Monkey Bar Berlin, hat einen sehr ungewöhnlichen Cocktail kreiert, der die schönsten Seiten dieser Jahreszeit eingefangen hat: Melodies of Autumn.
 
Foto: by Cordula

Wenn die Tage kürzer und die Abende länger werden, beginnt die beste Zeit für schottischen Single Malt. Denn gerade jetzt brauchen wir die kleinen Momente, die das Leben angenehmer machen. Ein Whisky-Tasting im Kreise von lieben Freunden ist eine wunderbare Methode, um genussvoll zu entspannen und gute Freundschaften zu pflegen. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten, wie man Wohlbehagen ins Wochenende zaubern kann. Zum Beispiel mit schöner Musik und dem Whisky-Cocktail "Melodies of Autumn" von Cordula.

Cordula ist eine der kreativsten Barfrauen, die ich kenne, und außerdem auch eine tolle Frau. Für die World Class Competition von Diageo hat sie jetzt auf der Basis von Talisker Whisky diesen ungewöhnlichen Cocktail entwickelt, der mich total begeistert hat. Denn er ist wunderbar geeignet, der dunklen, feuchten Jahreszeit zu trotzen und ein Wohlfühl-Wochenende im November einzuläuten.


Die Basis für diesen Cocktail bildet der Talisker Port Ruighe. Eine Nachreifung im Portwein-Fass verleihen ihm ungewöhnlich starke, fruchtige Noten nach Backpflaumen und roten Beeren, aber auch nach  Earl-Grey-Tea, Butterscotch und Bergamotte [Tasting Notes siehe hier].

Ergänzend wird noch etwas Talisker Storm hinzugefügt, der die Süße und vor allem die Rauch- und Torf-Noten in diesem Cocktail stärker betont.  Sowohl der Port Ruighe als auch der Storm bieten ein prima Preis-Leistungs-Verhältnis und lassen sich auch wunderbar pur trinken.

Food-Pairing ist nicht nur bei Whisky, sondern auch in der Bar-Szene zur Zeit sehr angesagt. Dieser heiße Cocktail lässt sich wunderbar mit ein paar Häppchen kombinieren. Cordula empfiehlt dazu Kürbisbutter und Schinkenbrot.




Hier das Rezept:

40 ml Talisker Port Ruighe
5 ml Talisker Storm
20 ml selbst gemachter Guinness-und-Rotwein-Syrup
100 ml heißes Wasser
eine Rose aus selbstgemachter Kürbisbutter und ein Orangen Twist
dunkles Brot und Schwarzwälder Schinken

Die ersten drei Zutaten werden in ein feuerfestes Glas gegeben, und dann mit kochend heißem Wasser aufgegossen. Selbstgemachte Kürbisbutter, dunkles Brot und Schwarzwälder Schinken werden dazugereicht und bringen ein einzigartiges Geschmackserlebnis.

Selbstgemachter Guinness-und-Rotwein-Syrup:
330 ml Guinness Extra Stout Beer mit 100 ml Rotwein (Bordeau, Mouton Cadet) in einen Kochtopf geben und 10 Minuten auf großer Flamme kochen. Vorsichtig 250 ml Zucker einrühren, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat. Mit einer kleinen Prise Salz abrunden und 10 Minuten köcheln lassen.

Selbstgemachte Kürbis-Butter-Rose:
200 g Kürbis 10 Minuten in Wasser kochen. Zerstoßen und mit 250 g Butter mischen.  Rosenblätter daraus formen und zu einer Rose zusammensetzen.


Cordula

Warum sie sich ausgerechnet für die beiden Talisker entschieden hat, verrät sie selbst in einer kleinen Geschichte, die den heißen Cocktail begleitet: 


"Ich habe das Thema Herbst gewählt, weil es meine absolute Lieblings-Jahreszeit ist. Mein Ziel war es, einen Cocktail zu erstellen, der dieses wunderbare Gefühl einfängt, wenn der Herbst endlich kommt. Er sollte das bunte Laub, den Nebel auf den Seen und die Wärme aus dem Kamin widerspiegeln. Meine Cocktail ist Ihr warmen Begleiter, wenn Sie sich hinsetzen und sich nach einem langen Spaziergang in den Wäldern entspannen, wenn sie dem Heulen des Windes draußen zuhören und dem leisen Knistern im Kamin lauschen.

Eine  süße Note erhält der Cocktail durch einen selbstgemachten Guinness/Rotwein -Sirup, der die fruchtige Seite des Talisker Port Ruighe hervorragend unterstützt. Der feine Geschmack des Guinness fügt eine wunderbare malzige Note hinzu. Die Herbstluft ist frisch und sauber , also gebe ich kochend heißes Wasser auf die Mischung aus Whisky und Sirup. 


Aber der Cocktail ist nicht komplett ohne mein Lieblingsgemüse der Saison, Kürbis. Eine selbstgemachte Kürbisbutter-Rose und ein Orangen-Twist sind die beiden letzten Noten, die die "Melodien des Herbstes" abschließen. 

Der perfekte Gegenspieler in meinem Cocktail ist eine Scheibe dunkles Brot mit rauchigem, aromatischem Schwarzwälder Schinken. Zusammen mit dem Cocktail entsteht so  ein einzigartiges, rundes Geschmackserlebnis. Der Schinken ist auch ein Symbol für die raue, salzige See um die Insel Skye."

Wer Cordula kennt, kann durchaus verstehen, warum ihr die leuchtend roten Farben des Herbstes und seine stürmischen Winde so sehr gefallen;-)


Foto: MargareteMarie
Mehr zum Thema:

Klassisch oder modern - Trendwende bei Talisker? Teil I
Klassisch oder modern - Trendwende bei Talisker? Teil II

Dienstag, 18. November 2014

Juhu! Cardhu! - Oder doch kein Grund zum Jubeln?

Die Brennerei Cardhu ist längst kein Geheimtip mehr. 1824 wurde sie von Helen Cummings und Ehemann John gegründet, doch schon 1893 übernahm John Walker die Anlage. Seither gilt Cardhu als wichtiger Lead-Malt im Blend von Johnny Walker. 
Doch auch der Single Malt hat eine wachsende Fan-Gemeinde. 

Foto: MargareteMarie


Sonntag, 16. November 2014

Raritäten-Tasting in Siedenbüssow. Teil II

Alter Whisky aus den 50er, 60er und 70er Jahren hat seinen ganz besonderen Reiz. Denn damals waren die Produktions-Methoden und Herstellungsprozesse ganze andere als sie es heute sind.

Uwe Wagmüller, Besitzer von Finest Whisky in Berlin, hat beim diesjährigen Raritäten-Tasting in Siedenbüssow gleich neun dieser begehrten und gesuchten Flaschen aufgemacht. 

Zweiter Teil.

Foto: MargareteMarie

Raritäten-Tasting in Siedenbüssow. Teil I.

Manchmal liegt das Paradies ganz weit im Osten. In Siedenbüssow, zum Beispiel. 
Einmal im Jahr wird "Das Gutshaus" in diesem kleinen Weiler am Rande der Mecklenburgischen Schweiz zum Schauplatz eines ganz besonderen Vergnügens: 
dem Öffnen und Trinken von alten, schottischen Whisky-Raritäten.
Foto: MargareteMarie


Freitag, 14. November 2014

Im Glas: Octomore 6.3 mit 258 ppm

Er gilt als der rauchigste Whisky aller Zeiten: Octomore. Seit 2008 begeistert er alljährlich die Fans der rauchigen Superlative, und mit jeder Abfüllung ist seither der Phenol-Gehalt gestiegen. 
In diesem Jahr wurde erneut eine Höchstmarke erreicht: der neue Octomore 6.3 wurde mit einem Phenol-Gehalt von unglaublichen 258  ppm abgefüllt.
 




Mittwoch, 12. November 2014

Kochen und Whisky: ein neuer Blog zum Thema Food-Pairing

Whisky-Blogs gibt es viele. Food-Blogs noch viel mehr. Aber beides zusammen? Da sieht es plötzlich dünn aus. Dabei ist Whisky-and-Food-Pairing eine absolut spannende Sache. 

Whisky-Bloggerin Petra hat sich jetzt endlich dieses Thema vorgenommen. Und einen wunderbaren Blog zum Thema Kochen und Whisky ins Leben gerufen.



Montag, 10. November 2014

Im Glas: Jim Beam "Distiller's Masterpiece"

Bislang gab es ihn nur in Kentucky, im "American Stillhouse" von Jim Beam. 
Ab November ist er als limitierte Sonderauflage auch in Deutschland erhältlich:  "Distiller's Masterpiece".

Ungewöhnlich an diesem Bourbon ist nicht nur sein Alter, sondern auch sein Finish: Zehn Jahre lang reifte er in ausgeflammten Fässern aus Amerikanischer Weißeiche, dann folgte noch eine sechsmonatige Nachreifung im ehemaligen PX-Sherry-Fass aus europäischer Eiche. 




Foto: Rainer Battefeld 


Samstag, 8. November 2014

Jim Beam "Distiller's Masterpiece". Interview mit Fred Noe

Jim Beam hat vor einigen Tagen in Deutschland einen Bourbon mit Sherry-Fass-Finish auf den Markt gebracht.
Doch ist ein solcher Whiskey überhaupt noch ein Bourbon? 
Fred Noe, Master Distiller und Urenkel von Jim Beam, hat bei meinem Interview in Frankfurt eine ebenso einfache wie überraschende Antwort auf diese Frage gehabt. 
 
Foto: Rainer Battefeld


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Springbank gegen Parliament. Das Dilemma einer ganzen Branche.

Vor ein paar Tagen hat Ralfy.com einen Whisky von GlenDronach besprochen. Eigentlich nichts besonderes, denn Ralfy ist einer der bekanntesten Whisky-Blogger und hat in seinen Tasting-Videos bereits hunderte von Whiskys vorgestellt. 

Doch hinter dieser Besprechung verbirgt sich mehr. Es geht um Grundsätze. Es geht um Positionen. Es geht um die unterschiedlichen Lager innerhalb der Whisky-Welt. Besonders deutlich wird dies, wenn man besagten Whisky mit einer anderen Abfüllung vergleicht: Springbank 21, abgefüllt für The Whisky Chamber. 

Anhand dieser beiden Flaschen  zeigt sich stellvertretend das Dilemma einer ganzen Branche.
 
Foto: MargareteMarie



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Glykol im Whiskey. Wirklich kein Problem?

Kenner schätzen Whisky als eine äußerst komplexe und aromareiche Spirituose. Doch wo kommen diese Aromen eigentlich her? 

Schottischer Whisky darf nur aus Wasser, Gerstenmalz und Hefe hergestellt werden. Beim Amerikanischen Whiskey sind die Vorschriften nicht ganz so eng. 
 
Foto: MargareteMarie
Hier dürfen fleißig Aroma-Stoffe zugefügt werden, wenn die natürlichen Aromen nicht ausreichend vorhanden sind. Doch in den wenigsten Fällen wird der Kunde über diese Zusätze genau informiert.

Auch teure, sogenannte Craft-Whiskeys bleiben von Zusatzstoffen nicht verschont, wie erst kürzlich im Fall Templeton bekannt wurde. Auf dem Etikett werden diese Stoffe aber meist verschwiegen. Aus gutem Grund. Denn wer will schon einen Whiskey trinken, der Glykol enthält?  Doch beim Fireball-Whisky-Likör  wird genau dieser Stoff zugefügt, wie thespiritsbusiness.com jetzt berichtet.

Auch in der Wein-Industrie wurde in den 80er Jahren Glykol fleißig benutzt. Als die Praktik bekannt wurde, hat der sogenannte Glykolwein-Skandal 1985 einer ganzen Branche nachhaltig und massiv geschadet. Es scheint, als habe die Getränke-Industrie bis heute nichts daraus gelernt.

Hier geht's zum Original-Bericht.

Mehr zum Thema:


Whiskey zwischen Betrug und Marketing: Der Fall Templeton