Dienstag, 22. April 2014

Die Schokoladenseite von Glenmorangie. Der neue Lasanta.

Seit 2007 gehört der 12jährige Lasanta fest zum Standard-Programm bei Glenmorangie und hat sich seither viele Freunde geschaffen. Doch jetzt wurde er heimlich, still und leise in den Ruhestand geschickt und durch eine neue Abfüllung unter gleichem Namen ersetzt. Der neue Lasanta wird ab Mai erhältlich sein. Und es hat sich mehr geändert als nur das Etikett.
 
Bild: MargareteMarie

Als ich vor ein paar Tagen ein Päckchen von Glenmorangie mit einem Sample des Lasanta erhielt, staunte ich nicht schlecht. Denn der Lasanta gehört seit Jahren zum Kerngeschäft von Glenmorangie, und ich habe mich schon so sehr an ihn gewöhnt, dass ich mir im ersten Augenblick einen neuen Lasanta gar nicht vorstellen konnte. Veränderungen gibt es sonst doch nur bei den   Sonderabfüllungen der Brennerei, die jedes Jahr im Frühling erscheinen, und immer wieder eine neue, interessante Facette von Glenmorangie präsentieren. Aber der Lasanta? Ein Mitglied der  Core-Range? Ein Teil vom Herzen der Brennerei?

Ein Mitglied der Core-Range ändert man nicht ohne Not, denn sie legt den Grundstein für den Ruf der ganzen Brennerei.  Wenn die Core-Range nicht gefällt, wird das ganze Image leiden. Ich war sehr gespannt, wie stark sich der neue Lasanta vom alten unterscheidet.

Rein äußerlich sind die Veränderungen eher moderat.  Man muss schon genau hinschauen, wenn man die alte und die neue Abfüllung nicht verwechseln will, am Design der weinroten Verpackung hat sich wenig geändert. Doch ein Blick auf den Alkoholgehalt schafft Klarheit: während der alte Lasanta noch mit 46%vol. abgefüllt wurde, kommt der neue mit nur 43% in die Flasche.

Auch der Inhalt wurde gründlich überholt: laut Pressemitteilung werden zukünftig neben den bisherigen Oloroso-Sherryfässern, die beim Lasanta für die Nachreifung verwendet werden,  auch Pedro Ximémez-Fässer zum Einsatz kommen. Süßer soll er dadurch werden und reichhaltiger.

Geblieben ist die Basis, eine zehnjährige Reifezeit in Ex-Bourbonfässern, an die sich dann wie auch zuvor eine zweijährige Reifezeit in Sherry-Fässern anschließt. Und der Lasanta wird auch in Zukunft eine Altersangabe tragen, er ist wie sein Vorgänger mindestens 12 Jahre alt. In Zeiten zunehmender NAS-Abfüllungen ist das ja mittlerweile schon eine Besonderheit.

Bild: MargareteMarie

Fast scheint es so, als wolle Glenmorangie hier ein bißchen Zuckerbrot und Peitsche verteilen. Denn während die zusätzlichen Pedro Ximénez-Fässer bei vielen Fans auf  Zustimmung stoßen werden, wird eine Reduzierung des Alkoholgehalts auch viel Stirnrunzeln bewirken. Als die Brennerei Maker's Mark im vergangenen Jahr den Alkoholgehalt von 45 auf 42% senken wollte, brach ein solcher Sturm der Entrüstung aus, dass die Brennerei ihren bereits angekündigten Entschluß wieder rückgängig machte.

Die Veränderungen am Lasanta sind also beachtlich, und ich war neugierig, ob der Neue den Alten tatsächlich übertreffen kann. Am Wochenende habe ich die beiden gegeneinander getestet. Hier meine Tasting-Notes:

Bild: MargareteMarie


Glenmorangie Lasanta, alte Abfüllung, 46%vol.

Aroma: 

Das erste, was mir in die Nase sticht, sind - ... oh je, Schwefeltöne. Da bin ich empfindlich, ich gehöre zu jenem Personenkreis, denen Schwefelaromen die Freude an Sherry-Fass-Abfüllungen verleiden können, und ich mag schwefelhaltige Whiskys nur in Kombination mit reichhaltigen Speisen.

Dann aber kommt der typische Samt von Glenmorangie. Sherry, viel Eiche, versteckte Süße, Toffee, zarte Vanille, dunkle Schokolade, Trockenfrüchte, rote Beeren, eine ganz schwache Salzigkeit. Es dauert ein ganzes Weilchen, aber dann zeigt sich auch die Basis  und Ananas, Orange und Zitrusnoten blitzen immer mal wieder für einen kurzen Augenblick durch. Er braucht Zeit und entwickelt sich allmählich im Glas, verliert aber keinen Augenblick seine Geschmeidigkeit.

Geschmack: würzig, holzig, floral, kräftig, fast kantig,

Nachklang: scharf, lang, trocken

Mein Tipp: Die Zugabe von Wasser ist nicht zu empfehlen, sie betont die Schwefelnote, aber reduziert die Beeren- und Trockenfruchtaromen, er wirkt dadurch insgesamt etwas unausgewogen.

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Pressefoto Glenmorangie


Glenmorangie Lasanta, neue Abfüllung,  2014, 43%vol.

Aroma:

Der Neue gefällt mir auf Anhieb gut! Meine Befürchtungen waren unnötig, er ist überhaupt nicht dünner geworden, sondern weicher, malziger und cremiger als die alte Abfüllung. Und er hat auch keine Schwefeltöne. Die Sherry-Noten sind etwas milder, aber viel Karamell, Honigsüße, Rosinen, Beeren,  und viel Orange. Ein bißchen Vanille, viel Eiche,  und dazwischen immer wieder Orangen, Rosinen und Mandarinen. Insgesamt sehr subtil und komplex.

Geschmack:
Sehr samtig, sehr cremig, sehr weich, mit einer leichten Süße. Milchschokolade. Floral, weinig, und auch ein bißchen Eiche.

Nachklang: 
lang, warm

Bild: MargareteMarie

Fazit:

Der neue Lasanta ist definitiv keine verwässerte Variante des alten. Bei dem Relaunch ist ein neuer Whisky entstanden, der sich von dem alten merklich unterscheidet. Die Veränderung hat ihm jedoch gut getan, die cremige, mild-würzige Ausprägung des neuen Lasanta gefällt mir sogar besser als die etwas knackig-kantige alte Version.  Auch hier ist eine Zugabe von Wasser nicht zu empfehlen. Die Whisky-Blender bei Glenmorangie haben - wie auch schon bei der alten Abfüllung - das Aromenprofil optimal auf den Alkoholgehalt abgestimmt.

Einziger Wermutstropfen ist die Preiserhöhung, die gleich mitgeliefert wird. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei ungefähr 45,- Euro. In Anbetracht von Qualität und Marktentwicklung liegt er damit aber immer noch im Rahmen. Eingefleischte Fans des alten Lasanta sollten sich jedoch rechtzeitig mit der alten Abfüllung eindecken, solange der Preis noch unterhalb der 40-Euro-Marke liegt.

Mein Tipp: 

Die Orangen-Note inspirierte mich, den neuen Lasanta mit einer cremigen Schokolade mit Orangenkrokant zu kombinieren. Zur alten Abfüllung passt diese Schokolade überhaupt nicht, die Aromen beißen sich regelrecht. Aber mit dem neuen Lasanta bildet die Schokolade eine traumhafte Kombination. Nachahmen empfohlen!


Bild: MargareteMarie




Montag, 21. April 2014

Made by the Sea: 10 Tipps für ein Schlemmer-Tasting mit Talisker

Es soll Menschen geben, die ihren Whisky am liebsten alleine im Keller trinken. Ich gehöre nicht dazu. Bei mir kommt die Flasche auf den Tisch, im Wohnzimmer, oder noch besser, in der Küche. Bei unserem großen Talisker Vergleichs-Tasting haben wir deshalb auch getestet, mit welchen Speisen und Desserts man Talisker gut kombinieren kann. Hier sind unsere Favoriten:
 



Tipp 1: Talisker Storm

Besonderheit: Ohne Altersangabe. Dominante Rauchnote, aber auch deutliche Süße, pfeffrig  und mit zarten Obstaromen.

Food-Pairing: Ein schöner Whisky für die  Sommerzeit. Passt gut zu Gegrilltem, Schweinebraten, und rohem Schinken.

Tipp 2: Talisker Dark Storm

Besonderheit: Ein-Liter-Flasche für den Travel Retail. Wurde angeblich entwickelt, um dem Wunsch der Konsumenten nach mehr Rauch nachzukommen.



Food-Pairing: Sehr gut zum Dark Storm  passen Riesengarnelen. Einfach in einer Pfanne mit etwas Butter dünsten, etwas Pfeffer und ein kleiner Schuss Dark Storm dazu, mit Zitronensaft beträufeln und als Fingerfood zusammen mit einem Glas Dark Storm servieren. Wer will, kann die Garnelen auch leicht karamelisieren. Der Aufwand ist gering, die Wirkung groß, die Sommertafel erhält sofort mehr Glanz.

Tipp 3: Talisker 10

Besonderheit: Gehört seit 1988 zur Serie der "Classic Malts of Scotland". Der große Klassiker, auch im Geschmack. Er ist weniger rauchig und auch weniger süß als die beiden "Storm"-Varianten, aber vielschichtiger und markanter. Zarte Torf- und Salzaromen.



Food-Pairing: 
Der Werbeslogan von Talisker lautet "made by the sea", und das sollte man beim Food-Pairing mit dem 10jährigen auf jeden Fall beachten. Garnelen und Fisch sind gute Begleiter, kleine Nordsee-Krabben betonen die Salzigkeit. Unsere Lachs-Cupcakes haben zu allen Talisker-Abfüllungen sehr gut gepasst, aber in Kombination mit einem Talisker 10 ergibt sich ein traumhaftes Food-Pairing. Unbedingt ausprobieren! (Leider waren die Cupcakes alle aufgegessen, ehe ich ein vernünftiges Bild machen konnte:-) Rezept gibt's am Ende.



Tipp  4: Talisker Triple Matured Edition, Exclusive to the Friends of the Classic Malts

Besonderheit: Limitierte Ausgabe. Eleganter und weniger robust als der Talisker 10. Torfrauch, Süße, Pfeffer.


Food-Pairing:  Auch zu diesem Talisker passt Sea-Food ganz ausgezeichnet. Doch aufgrund seiner Zartheit würde ich ihn eher mit einer Clam Chowder kombinieren. Gut gepasst haben auch  Nordsee-Krabben auf Cream Cheese mit geraspeltem Hartkäse und mit etwas Zitronensaft beträufelt.



Tipp 5: Talisker 57°North

Besonderheit: Der Name soll daran erinnern, dass Talisker weit im Norden von Schottland entsteht: die Brennerei befindet sich auf dem 57. Breitengrad. Und auch abgefüllt wird  mit 57 vol.%.


Food-Pairing:  Der braucht nicht viel. Ein paar Hobel Parmesan oder salziger Hartkäse genügen.




Tipp 6: Talisker 12

Besonderheit: Limitierte Sonderabfüllung (21.500 Flaschen). 45,8%vol. Mit mehr Wucht als der Talisker 10. Deutliche Aromen von Pilzen, Segeltuch und Waldboden nach einem Regen.


Food-Pairing:
Mit Meeresfrüchten und Räucherlachs liegt man bei Talisker immer richtig. Aber auch Pilze und salziger Käse passen meist recht gut. Geschmorte Jakobsmuscheln, Pilze und gehobelter Parmesan  haben  mir zum Talisker 12 am besten  geschmeckt.





Tipp 7:  Distiller's Edition, 1996-2008, TD-S: 5KW, 45.8%vol., 70 cl

Besonderheit:  Seit 1998 erscheint in regelmäßigen Abständen eine Distiller's Edition, die eine Nachreifung im Ex-Oloroso-Sherry-Fass erhält. Das verleiht im zusätzlich Aromen von dunklem Obst und Schokolade.
 


Food-Pairing:
Wie bei den meisten Sherry-Fass-gereiften Whiskys passt hier ausgezeichnet gute, dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil. Oder handgemachte, dunkle  Schokoladentrüffel. Wer mutig ist: zum sonntäglichen Kaffeekränzchen mit einer Sachertorte. Traumhaft.


Tipp 8: Talisker 175th Anniversary, limitierte Sonderabfüllung, 45.8%vol., 75 cl

Besonderheit: Klassischer Talisker, aber reifer und zarter als der Talisker 10.

Food-Pairing:
Meeresfrüchte passen immer bei Talisker. Bei diesem vielleicht zur Abwechslung mal salzige Nordseekrabben mit geraspeltem Apfel?


Tipp 9: Talisker Port Ruighe, 45.8%vol., 70 cl

Besonderheit: Einer der Neuen von 2013. Doppelt gereift in Ex-Port-Wein-Fässern. Gewürzpflaume, Bergamotte und Karamell.



Food-Pairing:
Port Ruighe ist ein sehr schöner Dessert-Whisky. Er passt ausgezeichnet zu einem cremigen Schokotörtchen oder noch besser  zu einer selbstgemachten Mousse au Chocolat.


Tipp 10: Talisker 25 Years.

Besonderheit: 25 Jahre lang im Fass gereift. Sehr alt. Sehr elegant. Sehr seidig. Sehr komplex.

Food-Pairing: Nichts. Absolut Nichts.  Nicht mal ein Tropfen Wasser! Ein Talisker 25 ist so komplex und komplett, dass jedes zusätzliche Aroma zuviel wäre. Der kommt erst auf den Tisch, wenn alles andere abgeräumt ist. 

Fazit:

Der Slogan von Talisker "Made by the Sea" passt wunderbar aufs Essen:  Meeresfrüchte und Fischsuppe passen immer, hier kann man wenig falsch machen. Unser Favorit waren die selbstgemachten Lachs-Cupcakes, das Rezept findet ihr weiter unten.

Die stark rauchigen Storm und Dark Storm verkraften auch schwerere Aromen beim Essen: hier kann man durchaus Grillfleisch, Würstchen und Leckereien aus der Räucherkammer servieren.

Die Distiller's Edition und Port Ruighe sind echte Dessert-Whiskys, die nach Schokolade rufen. Port Ruighe eher cremige Milchschokolade, die Distillers Edition eher zart-bitter mit einem hohen Kakaoanteil.

Was sich als sehr schwierig herausgestellte, war Käse. Obwohl wir die verschiedensten Sorten da hatten, erwiesen sie sich alle als zu mild und cremig. Nur  ein salziger Parmesan konnte uns überzeugen.

Und hier das Rezept für unseren Favorit, die Lachs-Cupcakes:

Aus 200 g Mehl, 1/2 M Natron, 1 Ei, 150 g Quark, 2 EL Parmesan und 2 klein gehackten Frühlingszwiebeln einen Teig rühren, in Muffinform geben. 20-25 min. bei 180° backen. Für die Füllung 200 g Frischkäse mit 2 EL Quark gut verrühren, 150 Räucherlachs feinschneiden, alles gut mischen. Cupcakes mit Lachscreme füllen. Wer keine Muffinform hat, kann alternativ auch kleine Windbeutel backen und füllen.











Sonntag, 20. April 2014

Oster-Special: Klassisch oder Modern - Trendwende bei Talisker? Teil II

Von all den vielen Single Malts in Schottland ist Talisker seit Jahrzehnten einer der wichtigsten. Und einer der erfolgreichsten. Mehr als 1,5 Millionen Flaschen wurden im letzten Jahr verkauft, und die Zahl der Neuerscheinungen ist beachtlich. Doch die Neuen mussten viel Kritik einstecken.  Zeigen sie eine Trendwende an?
Bild: MargareteMarie
 

Mit einer Kollegin habe ich 12 verschiedene Ausgaben von Talisker verkostet. Hier ist Teil II unserer großen Talisker-Testreihe:


7. Distiller's Edition, 1996-2008, TD-S: 5KW, 45.8%vol., 70 cl

In den 90er Jahren wurden Wood-Finishings sehr populär. Seit 1998 erscheint in regelmäßigen Abständen eine Distiller's Edition, die eine Nachreifung im Ex-Oloroso-Sherry-Fass erhält. (Meine Abfüllung stand ungeöffnet seit 2008 in der Bar, interessant wäre auch ein Vergleich mit einer jüngeren Variante.)


Bild: MargareteMarie

Aroma: schwer, robust, Kirsche, Kuchen, würzig, malzig, leicht torfig, nach einer Weile dann auch viel Toffee und Zitrusnoten

Geschmack: floral, zarter Torf, würzig

Nachklang: elegant, lang, warm

Mein Tipp: 
Er ist deutlich runder und eleganter als der 10 oder 12, das Sherry-Fass hat noch einmal eine gute Aromenfracht dazu geliefert. Wunderschöner Dessert-Whisky, für genussvolle und entspannte Momente zu zweit oder auch allein.


Bild: MargareteMarie


8. Talisker 175th Anniversary, limitierte Sonderabfüllung, 45.8%vol., 75 cl

Im vergangenen Jahr kamen mehr als 60.000 Besucher zur Brennerei auf der Insel Skye. Das sind im Schnitt 164 Besucher pro Tag! 2005 feierte die 1830 gegründete Brennerei ihren 175. Jahrestag. Aus diesem Anlass erschien eine Sonderedition aus ausgewählten, handverlesenen, zum Teil sehr alten Fässern. Steht jedenfalls so auf der Kartonage.

Aroma: Karamell, Meeresbrise, etwas rauch, zarte Würzigkeit, leicht ölig, nach einer Weile auch fruchige Noten, insgesamt leicht, eher zart

Geschmack: pfeffrig, floral,

Nachklang: mittellang

Mein Tipp:
keine große Überraschung. Wirkt wie eine Kreuzung aus Talisker 12 und 18. Der Anteil an alten Fässern lässt ihn seidiger werden, aber auch weniger vollmundig als der 12er.

Bild: MargareteMarie


9. Talisker Port Ruighe, 45.8%vol., 70 cl

Einer der Neuen von 2013. Die Pressemitteilung nennt ihn "a combination of spirit that has been matured in American Oak and European Oak refill casks in the traditional manner along with spirit that has been filled into specially conditioned deeply charred casks", also eine Melange aus amerikanischen und europäischen traditionellen Refill-Fässern sowie besonders behandelten, stark ausgebrannten Fässern. Anschließend noch eine Nachreifung in Ex-Port-Wein-Fässern. Benannt nach dem Hafen von Port Ruighe, über den in früheren Zeiten tatsächlich noch Portweinfässer auf die Insel Skye gelangten.

Kreiert wurde der Port Ruighe wahrscheinlich von Maureen Robinson, eine von vier Master Blendern bei Diageo, die auch für Talisker Storm und die Singleton-Serie sowie die jährliche Zusammenstellung der Special Releases verantwortlich ist. Die "specially conditioned deeply charred casks" deute ich als Hinweis, dass auch hier wiederaufbereitete Fässer zum Einsatz kamen.

Aroma: Zunächst nicht auffällig. Braucht eine Weile. Dann rote Früchte, Pflaume,  würzig, komplex, Holz und Earl-Grey-Tea, Bergamotte. Dunkler als 57°North. Und schließlich deutliche Karamell-Aromen.

Geschmack: erst dunkler Kakao, dann ein wow-Effekt: der Whisky geht auf der Zunge plötzlich auf wie die Rose von Jericho bei Regen. Seidig, süß, sehr ölig, Tee, Wachs.

Nachklang: vollmundig, mittellang

Mein Tipp:
Der Port Ruighe hat uns von allen Abfüllungen am meisten überrascht. Ursprünglich hatte ich ihn vor dem Talisker 10 platziert,  doch er hat deutlich mehr Aroma und Volumen zu bieten und ließ den Klassiker dann ganz schön blass erscheinen. Am Ende hat er seine Position vor dem 18jährigen Talisker gefunden. Er hat bereits die elegante Seidigkeit von älteren Whiskys, wirkt aber moderner  als der 18jährige, mit einer Spur Extravaganz. Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Port Ruighe  weicht am meisten vom typischen Talisker-Geschmack ab. Doch gerade die eher untypischen Noten verleihen ihm einen ganz eigenen Charakter. Mit dem Port Ruighe sind wir im Bereich der Dessert-Whiskys angekommen, die am besten nach dem Essen oder gemütlich auf der Couch getrunken werden. Besonders schön: ein Port Ruighe im Sommer bei Sonnenuntergang auf der Terrasse.

Bild: MargareteMarie


10. Talisker 18 years, 45.8vol., 70 cl

Erstmals 2004 erschienen. Gewann 2007 den World Whisky Award für den "Besten Single Malt der Welt". 

Aroma: süß, Marzipan, Rosenwasser, zarte Torfnote, seidenweich

Geschmack: kräftiger als erwartet, pfeffrig, Créme Brûlée, elegant

Nachklang: lang, warm und süß

Mein Tipp: 
Talisker 18 ist dem Port Ruighe recht ähnlich, hat aber nicht dessen Extravaganz. Puristen und Liebhaber der klassischen Linie sollten dem 18jährigen den Vorzug geben.


11. Talisker 20 years, dist. 1982, Fl. Nr. 5866, 58.8%vol., 70 cl

Abgefüllt 2003, limitiert auf 12.000 Flaschen, individuell nummeriert, Fass-Stärke, Refill-Fässer.

Aroma: Seeluft,  Hafen, nasse Erde. Ein paar Tropfen Wasser bringen ihn dichter an den 12jährigen heran, und es zeigen sich mehr Fruchtaromen

Geschmack: Hot! Scharf und Pfeffrig. Selbst mit Wasser bleibt die Schärfe. Sehr klassisch.

Nachklang: Mittellang. Die Zungenspitze spürt ihn am stärksten.

Mein Tipp:
Wer bis jetzt nicht weiß, was der berühmte "Chilli-Catch" von Talisker ist, muss unbedingt diese Abfüllung probieren. Bringt die Zungenspitze zum Vibrieren.


Bild: MargareteMarie


12. Talisker 25 years, 2012, 45.8%vol., 70 cl

Aroma: Erdbeeren, Segeltuch, Duftkerzen, Anis, leichter Rauch. Und unglaublich seidig. 

Geschmack: Pfeffer, verhaltene Süé, Anis, Milchschokolade, Wachs, sehr sehr ölig. Elegant.
Verträgt kein Wasser. Nicht einen Tropfen.

Nachklang: mild und mittellang.

Mein Tipp: 
Unbedingt probieren, wenn sich die Gelegenheit bietet. Eine Flasche für Weihnachten. Oder auch Ostern.


Fazit:

Damit wären wir am Ende unseres Super-Sonder-Oster-Tastings angekommen. 12 verschiedene Flaschen haben wir insgesamt verkostet - was ist unser Urteil?

Zwei Abfüllungen haben uns an diesem Abend ganz besonders gefallen: Talisker 12 und Port Ruighe. Überzeugt hat uns bei beiden die Komplexität, die Fülle, und die Vollmundigkeit. Talisker 12 ist der reifere, wuchtigere Bruder des Talisker 10, und dieser Kraftprotz hat uns imponiert.

Aber auch die Destiller's Edition kann sich problemlos neben diesen beiden sehen lassen. In Kombination mit dunklen Schokolade-Trüffeln kann man mit ihm auch glänzen, wenn man Gäste hat. Da der 12jährige leider! eine limitierte  Sonderabfüllung ist, wird wohl die Distiller's Edition weiterhin die Standardabfüllung in meinem Barfach bleiben. Ergänzen werde ich mein Sortiment aber mit einem Port Ruighe.

Port Ruighe hat uns sehr überrascht, denn er fällt deutlich aus dem Rahmen. Auch er ist gewaltig im Geschmack, aber die Nachreifung in Portwein-Fässern geben ihm einen besonderen Kick. Einerseits wirkt er  viel moderner als der 12er, hat aber andererseits die Öligkeit und Vielschichtigkeit eines alten Whiskys. Wer sich auf seine Extravaganz einlassen mag, erhält eine tolle Qualität zum vernünftigen Preis.

Bei den alten Abfüllungen hat mir der Talisker 25 besonders gut gefallen, er hat seinen Platz zu recht am Ende des Line-ups verdient: er ist das absolute Sahnestückchen am Ende eines fantastischen Tastings und eine gute Wahl für hohe Feiertage. Ich esse ja auch nicht jeden Tag Sahne.

Gesamteindruck:

Insgesamt ist die komplette Range sehr viel stringenter und konsequenter als ich erwartet hatte. Dennoch gab es deutliche Unterschiede, und am Ende kristallisierten sich drei verschiedene Kategorien heraus:

- alt:  18, 20, 25
- klassisch: 10, 12, 57°, 175, DE,
- modern: Storm, Dark Storm, Triple Matured, Port Ruighe

Alte Whiskys sind schon allein durch ihr Alter etwas besonderes und über jeden Zweifel erhaben. Vor allem der 25jährige ist ein kleiner Traum.

Interessanter sind jedoch die anderen beiden Kategorien, die ich als "klassisch" und "modern" bezeichnen würde. Vor allem im Vergleich der beiden Abfüllungen für die "Friends of the Classic Malt" von 2007 (Talisker 12) und 2014 (Triple Matured) wird der Unterschied sehr deutlich.

Die neueren Abfüllungen von 2013 und 2014 sind mehrheitlich leichter, schlanker, und filigraner als die alten, klassischen Abfüllungen. Darüber kann auch eine verstärkte Rauchzugabe nicht hinwegtäuschen. Wer den Storm mag, sollte bei seinem nächsten Fernurlaub unbedingt einen Blick in den Duty-Free-Shop werfen, denn der Dark Storm ist deutlich komplexer und rauchiger.

Sehr schwer einzuordnet ist jedoch der Port Ruighe, denn er vereint Elemente aller drei Kategorien und ist deshalb für mich eine der interessantesten Abfüllungen von Talisker. Er kann durchaus mit der Wuchtigkeit des 12jährigen mithalten, hat aber auch die glänzende Seidigkeit des 18jährigen und wirkt trotzdem sehr sehr stylisch.

Bild: MargareteMarie

Ob die Trendwende von "klassisch" zu "modern"  einem veränderten Fassmanagement zuzuschreiben ist oder eher auf ein verändertes Geschmacksempfinden der jüngeren Generation (und zukünftigen Kunden) zurückzuführen ist, vermag ich nicht zu sagen. Leider ist Diageo bezüglich dieser Veränderungen nicht sehr kommunikativ.

Vielleicht waren die Rejuvenated Casks, wie die wiederaufbereiteten Fässer auf Englisch heißen, ursprünglich nur für die Verwendung in Blended Whiskys vorgesehen, wo milde, süße Geschmacksnoten durchaus erwünscht sind, und werden jetzt unter dem pötzlichen Druck der gestiegenen Nachfrage auch für Single Malt-Abfüllungen herangezogen.

Möglicherweise zeigt sich hier aber auch ein Trendwechsel im Geschmack. In der Küche können wir schon länger einen ähnlichen Wandel feststellen, Crème Fraîche und Butterstückchen beispielsweise, die in den 80er Jahren üppig zum Einsatz kamen, werden heute nur noch sehr sparsam verwendet und meist durch leichtere, fettarme Produkte ersetzt.

Auch bei  den Herren-Parfums hat die Zeitenwende längst stattgefunden, junge Männer  bevorzugen süße, leichte Düfte, die alten Klassiker mit ihren Tabak- und Gewürz-Noten sind nur noch was für alte Herren. Da wäre es durchaus denkbar, dass sich auch beim Whisky eine Veränderung in den Geschmacksvorlieben der jüngeren Generation anbahnt. Die Marktforscher  von Diageo  werden dieses Feld längst bearbeiten.


Bild: MargareteMarie

PS: Die noch älteren Talisker haben wir in diesem Tasting nicht berücksichtigen können, weil sie uns nicht zur Verfügung standen. Doch die über 30jährigen sind aufgrund ihres astronomischen Preises ohnehin jenseits von Gut oder  Schlecht. 

Leider sind die meisten Flaschen in unserem Line-up nur geliehen, und werden im Laufe der nächsten Tage auch wieder ihren Weg zum eigentlichen Besitzer zurückfinden. Ein ganz großes Dankeschön an Peter für diese großzügige Leihgabe, und auch an Thomas, der unser Line-Up noch mit ein paar wertvollen Samples ergänzte. Das war fürwahr eine Traumstunde in meinem Whisky-Dasein. Megafantastisch!!!

Morgen geht es weiter mit meinem Oster-Special: 
10 Food-Pairing Tipps für ein Talisker Tasting. 

Ich wünsche Euch schöne Ostertage! 

 

Samstag, 19. April 2014

Oster-Special: Klassisch oder Modern - Trendwende bei Talisker?

Bis heute zählt der Talisker 10 zu den großen Klassikern der Single Malts, und seit der Einführung der  "Classic Malts of Scotland"  1988 hat er einen wahren Siegeszug durch die privaten und öffentlichen Bars dieser Welt angetreten. 

In jüngster  Vergangenheit kamen in kurzer Folge einige Neuerscheinungen auf den Markt, und viel Kritik gab es seither. Zeigen die Neuen tatsächlich eine Trendwende an? 

Mit einer Kollegin habe ich 12 veschiedene Talisker-Versionen getestet, um die Unterschiede aufzuspüren. Und um den Besten aller Talisker zu finden.
 

Viele Jahre lang war die  Produktpalette bei Talisker  sehr überschaubar, und bestand im wesentlichen aus Talisker 10, 18 und 25 years sowie einer Distiller's Edition, die eine Nachreifung in ehemaligen Amoroso-Sherry-Fässern erhält. Doch seit 2005 hat Getränkekonzern Diageo, in dessen Besitz sich die Brennerei befindet, das Angebot kontinuierlich erweitert.

Anläßlich des 175jährigen Jubiläums der Brennerei wurde 2005 ein Talisker 175 herausgebracht, ein Jahr später folgte erstmals ein Talisker 30 years.

2007 erschien ein 12jähriger Talisker als Jubiläumsausgabe für die Friends of the Classic Malts, 2008 war die Markteinführung von Talisker 57°North, und  2010 erschien die exklusive Manager's Choice Single Cask Edition. 2011 kam ein 34jähriger Talisker hinzu, ein Jahr später noch ein 35jähriger als Limited Release.

2013 wurden gleich vier neue Abfüllungen herausgebracht: Talisker Storm, Talisker Dark Storm für den Travel Retail, Port Ruighe und eine 27jährige Sonderausgabe. 2014 kam mit dem Triple Matured noch eine besondere Edition für die Friends of the Classic Malts dazu.


Bei soviel Talisker kann man leicht den Überblick verlieren, und es drängen sich viele Fragen auf: Welche Flasche sollte man  in die eigene Bar stellen?  Welche hat das optimale Preisleistungverhältnis? Welchen sollte man unbedingt probiert haben? Sind die Neuen besser oder schlechter als die Alten? Wie wird es weiter gehen, was wird die Zukunft bringen? Und natürlich - welcher ist denn wohl  der Beste?

Um diese Frage beanworten zu können, habe ich gemeinsam mit einer whiskybegeisterten Kollegin  ein großes Talisker Vergleichstasting durchgeführt. Die Idee dazu hatte ich schon länger, aber es hat einige Wochen gedauert, bis ich die entsprechenden Abfüllungen zusammen hatte. Am vergangenen Wochenende war es dann endlich so weit: zwölf der 15 möglichen Abfüllungen von Talisker standen uns zur Verfügung,  und wir haben  uns zu einem Arbeits-Trinken in meiner Küche getroffen, um gemeinsam den besten aller Talisker zu finden.



1. Talisker Storm, 45.8%vol., 70 cl

Ohne Altersangabe. Junge Refill-Fässer  werden mit älteren Rejuvenated Casks, also wiederaufbereiteten Fässern, vermischt. Angeblich von Diageos Master Blender für Johnnie Walker, Jim Beveridge, kreiert.

Aroma: duftig, fruchtig, Obst, Apfel, versteckter Karamell, deutliche Rauchnote, frische Seeluft, Westküstenwind.

Geschmack: sehr süß, würzig-mild, zart rauchig

Nachklang: mittelstark, kein Beißen, weich, bleibt aber im Rachen hängen

Mein Tipp:
Obwohl der Sturm süßer und rauchiger und auch teurer ist als der Talisker 10, gehört er für mich an den Anfang eines Line-up, denn er ist deutlich leichter, eleganter, schlanker und moderner als der 10 Years. Ein schöner Dram für laue Sommerabende.

2. Talisker Dark Storm, 45.8%vol., 100 cl

Ein-Liter-Flasche für den Travel Retail. Wurde angeblich entwickelt, um dem Wunsch der Konsumenten nach mehr Rauch nachzukommen. Stark ausgebrannte Fässer.

Aroma: Rauchiger, dunkler, intensiver und komplexer als der einfache Storm. Mit einem Hauch Karamel und versteckten Fruchtnoten von frischem Apfel und Mandarine.

Geschmack: dunkler, die Süße ist noch vorhanden, wird aber stärker vom Rauch überlagert

Nachklang: mittellang, mehr im Rachenraum

Mein Tipp:
Dark Storm ist der rauchigste aller Talisker, die Süße macht ihn, ebenso wie den Storm, angenehm süffig. Doch wer von Islay kommt, sollte keine falschen Vorstellungen entwickeln. Wenn Talisker stürmt, dann tobt bei Caol Ila  ein Orkan im Glas.


3. Talisker 10 years, 45.8%vol., 70 cl

Aroma:  etwas Rauch, Salzluft, Apfel, altes Holz, nasser Waldboden, feine Honigsüße. Ganz versteckt auch feine Räucherwurst.

Geschmack: Rauch, Leder, würzig, Ingwer, scharfer Pfeffer

Nachklang: wirkt noch lange im gesamten Rachenbereich und vor allem auf der Zungenspitze.

Mein Tipp:
Der große Klassiker, auch im Geschmack. Preislich liegt er meist noch unterhalb des Talisker Storm und bietet somit das beste Preisleistungsverhältnis. Er ist weniger rauchig und auch weniger süß als die beiden "Storm"-Varianten, aber vielschichtiger und markanter. Geschmacklich ein Vorbote des 12jährigen.



4. Talisker Triple Matured Edition, Exclusive to the Friends of the Classic Malts, 48%vol.,

Limitiert. Erhältlich im vornehmen online-shop von Diageo, Alexander&James. Die Pressemeldung spricht von einer "Dreifachen Reifung": refill casks, charred (ausgebrannte) Hogsheads aus amerikanischer Eiche und Refill Casks aus Europäischer Eiche.

Interessant ist der "Triple Matured"  wegen seiner Art der Fassreifung. Bemerkenswert ist vor allem die Formulierung der Pressemitteilung. Drei verschiedene Fassreifungsarten wurden benutzt, das Wort "refill" kommt aber nur zweimal vor. Was darauf schließen lässt, dass es sich bei den stark ausgebrannten Fässern entweder um neue oder um aufbereitete Fässer  handelt. Das würde meinen Verdacht bestätigen, dass wiederaufbereitete Fässer zu einem  ganz anderen Aroma-Profil führen als die "klassischen" Fässer. Ich vermute, dass der Whisky in diesen Fässern  weicher, filigraner  und zarter wird, vielleicht auch süßer.

Aroma: würzige Süße, aber etwas dumpf, Kaminrauch, fruchtige Zitrusnoten.

Geschmack: süß, etwas flach, erdig, zarter Rauch. Sehr ölig und filigran.

Nachklang: schwupps und weg. Zu kurz.


Mein Tipp:
Vom Grundgeschmack her ein typischer Talisker, aber sehr filigran. Ein netter Malt für einen Sonntag-Nachmittag. Leider hatte ich diese Abfüllung deutlich überschätzt und sie deshalb ursprünglich im Line-up nach dem Talisker 12 einsortiert, wo er aufgrund seiner Zartheit ganz und gar nicht überzeugen konnte, er ging im Anschluss an den 12jährigen völlig unter und mit den "Alten" kann er auf keinen Fall mithalten. Wir haben ihn schließlich noch vor den 57°North einsortiert, und an dieser Position kommt er sehr viel besser zur Geltung. Dadurch entsteht jedoch ein  ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, denn der 57°North bietet deutlich mehr für weniger Geld.






5. Talisker 57°North, 57%vol., 70 cl

Der Name soll daran erinnern, dass der Whisky von Talisker weit im Norden von Schottland entsteht: die Brennerei befindet sich auf dem 57. Breitengrad. Und auch abgefüllt wird  mit 57 vol.%.
Gereift in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, in denen zuvor 4 Jahre lang Bourbon lagerte.

Aroma: frisches, helles Obst, malzig, würzig. Mit Wasser werden die Zitrusnoten betont, er wird herrlich frisch, verliert aber an Wucht. Insgesamt wirkt er nach Zugabe von etwas Wasser  spritzig und jugendlich. Kaum Vanille.

Geschmack: würzig, kräftig, nussig, leicht ölig.  Ein paar Tropfen Wasser tun ihm gut, er wird milder, weicher. Ohne Zugabe von Wasser ist er so bissig wie ein Wintertag im hohen Norden.

Nachklang: bizzelt sehr schön auf der Zungenspitze


Mein Tipp:
57%vol. entsprechen 100 Britischen Proof. Ein Muss für Freunde von Fass-Stärken.

6. Talisker 12 years, 45.8%vol., 70 cl

Limitierte Sonderabfüllung (21.500 Flaschen). 45,8%vol. Wurde im November 2007 herausgebracht, um den 10. Jahrestag der Freunde der Classic Malts zu feiern. Der Ausgabepreis lag damals um die 50 Euro. Gelegentlich kann man noch eine Flasche finden, allerdings ist er inzwischen etwas teurer, so um die 75 Euro. 


Aroma: herber, männlicher als der Talisker 10. Holziger. Sehr komplex, kräftiges Brot, Pilze, Champignons, erdig, modrig, nasses Leinen, altes Holz, zarter Rauch. Meine Kollegin ist segel-erprobt und sagt, der Talisker 12 riecht wie ein gutes, altes Boot.

Geschmack: erdig, Seewasser, rauchig, voller als der Talisker 10, kantiger, ganz klassisch, cremig

Nachklang: erst wird die Zungenspitze taub, dann geht's angenehm den Hals hinab

Mein Tipp:
Für meine Kollegin und mich war der 12jährige eindeutig bis hierhin der Beste. Er wäre  wohl die Abfüllung, die ich auf jeden Fall immer in meiner Bar stehen hätte, wenn er zur Core Range gehören würde. Eigentlich unfassbar, dass es den 12jährigen Talisker nicht als Standard gibt!


 




Morgen geht es weiter....
Es folgen: 
Talisker Port Ruighe, 175, 18, 20, 25, und die Distillers Edition.




Dienstag, 15. April 2014

Whisky-Reise für Freundinnen

Frauen trinken anders als Männer. Sie trinken sinnlicher, bewußter, und legen mehr Wert auf Kommunikation. Das habe ich immer wieder bei Tastings und auf Whisky-Messen beobachten können. 
Und auch bei Whisky-Reisen haben sie andere Bedürfnisse als Männer. Doch noch ist das Angebot rund um Whisky, das speziell auf  die Wünsche von Frauen ausgerichtet ist, sehr gering. Das möchte ich  ändern!
 

Bild: MargareteMarie

Deshalb habe ich im kommenden Herbst eine ganz besondere Veranstaltung  geplant:  in Zusammenarbeit  mit Susanne Pauli von Pauli's Places werde ich eine Whisky-Reise speziell für Frauen begleiten. Fünf Tage lang werden wir uns intensiv dem Single Malt widmen,  die schottische Kultur genießen, und die wild-romantische Landschaft der nördlichen Highlands bewundern. Auch das Miteinander soll dabei auf keinen Fall zu kurz kommen, denn Whisky ist ein geselliges Getränk.

Glenmorangie House. Bild: MargareteMarie
In Susanne Pauli habe ich die ideale Partnerin gefunden für eine Whisky-Reise, wie ich sie mir für Frauen vorstelle. Susanne ist selbst begeisterte Whisky-Liebhaberin, kennt sich in Schottland bestens aus  und hat schon viele Brennereien besichtigt. Und vor allem weiß sie aus ihrer jahrelangen Erfahrung als Reiseveranstalterin, worauf Frauen besonderen Wert legen.

Strathisla. Bild: MargareteMarie
Unsere kleine Reise wird zunächst in Edinburgh beginnen und uns dann an die Küste und in die nördlichen Highlands führen, wo wir einige meiner Lieblings-Brennereien besuchen und dabei alles wichtige rund um die Besonderheiten des Single Malt entdecken.

Wer einmal die Brennblasen von Glenmorangie gesehen hat, wird sie immer wieder auf Fotos erkennen, denn Glenmorangie hat die höchsten und elegantesten Brennblasen in ganz Schottland. Für diese Brennblasen ist die Destillerie berühmt, denn ihnen ist es zu verdanken, dass die Whiskys von Glenmorangie so besonders elegant und samtig sind. Die Anlage in der Nähe des Küstenortes  Tain zählt zu den schönsten in den nördlichen Highlands, und auf unserer VIP-Tour durch die Brennerei werden wir so manchen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Nur wenige Minuten von Glenmorangie entfernt befindet sich Balblair, eine charmante und kleine Brennerei, die als Kulisse für den Film "Angles' Share" bekannt wurde. Bei Balblair geht es eher familiär zu, doch das Besucherzentrum ist ausgezeichnet und die Vintage-Whiskys der Brennerei sind es ebenfalls.


Balblair.  Bild: MargareteMarie

Mit The Dalmore, Glen Moray und Strathisla befinden sich drei weitere Brennereien auf unserem Weg, die unbedingt einen Besuch verdient haben.

Natürlich haben wir auch das ein oder andere ganz  besondere Whisky-Event vorgesehen, wie beispielsweise ein multi-sensorisches Whiskyerlebnis im  edlen Glenmorangie House, das seine Türen nur für besondere Gäste öffnet, oder eine exquisite Whisky-and-Tea-Time auf unserem Weg nach Aberdeen.

Aber auch für den ein oder anderen  Einkaufsbummel in Edinburgh ist Zeit eingeplant, und in Elgin gönnen  wir uns einen kleinen  Shopping-Ausflug zu Johnstons of Elgin, dem Hersteller von edlen Produkten aus Cashmere und Lambswool.

Und da ich großer Fan von Shakespeare und Lady Macbeth bin, darf ein Besuch von Cawdor Castle nicht fehlen. Einblicke in die schottische Kultur  und gemütliche Abende mit  guten Gesprächen, gutem Essen  und ebenso gutem Whisky runden das Programm ab.


Glenmorangie. Bild: MargareteMarie

Ich freue mich schon sehr auf diese Reise und bin mir sicher, dass es ein unvergessliches Erlebnis werden wird. Einzelheiten gibt es auf der Webseite von Susanne Pauli:

[Hier] das komplette Programm als PDF-Datei:

Anmeldungen bitte nicht bei mir, sondern über Pauli's Places: [hier] 

Zur Einstimmung zeige ich euch hier noch ein paar Fotos von Edinburgh und den nördlichen Highlands...

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie
Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie

Glen Moray. Bild: MargareteMarie
Bild: MargareteMarie

Frisch gebrannt. New Make Tasting bei Glenmorangie. Bild: MargareteMarie


Hilton of Cadboll Stone. Bild: MargareteMarie

Bild: MargareteMarie
Bild: MargareteMarie