Montag, 30. Mai 2016

Ardbeg Dark Cove: Interview mit Gillian Macdonald

Wenn Ardbeg feiert, lässt sich die Firma nicht lumpen: Ardbeg hatte seine deutschen Fans für die diesjährige Ardbeg Night an Bord der Cap San Diego im Hamburger Hafen geladen. Mit einer gelungenen Mischung aus Gala-Buffet, Live-Musik und Whisky-Event wurde die diesjährige Sonderabfüllung "Dark Cove" erstmals offiziell präsentiert. 

Aus Schottland kam zu diesem Anlass ein besonderer Gast: Gillian Macdonald ist die Frau, die derzeit für die Whiskys von Ardbeg und Glenmorangie verantwortlich ist. In Hamburg hat sie ihre neueste Creation "Dark Cove" erstmals öffentlich präsentiert und mir im Interview die Hintergründe dazu verraten.


MM: Gillian, lass uns mit dir selbst beginnen. Kannst du meinen Lesern zunächst etwas zu deiner Person und zu deiner Funktion bei Ardbeg sagen?

Gillian:
Gerne. Mein Name ist Gillian Macdonald und mein offizieller Titel lautet "Head of Analytics and Whisky Creation". Das bedeutet, dass mein Team und ich unter anderem verantwortlich sind für den Einkauf der Rohstoffe, also die gemälzte Gerste, die Hefe und alle Fässer.

Unser hauptsächliches Tagesgeschäft betrifft die Überwachung und Durchführung der Qualitäts-Kontrolle des frisch gebrannten Destillats sowohl für Ardbeg als auch für Glenmorangie. Dazu gehört aber auch die Zusammenstellung bzw. Entwicklung der Rezepturen für die jeweiligen "Batches", für die wir dann die Fassproben erhalten und verkosten. Wir entscheiden, ob die Fässer schon abgefüllt werden können oder noch nicht.

Und wir sind zuständig für die Entwicklung eines neuen Produktes, also für die Abfüllungen für den nächsten und übernächsten und überübernächsten Ardbeg Day zum Beispiel. Wir entwickeln gleichzeitig viele Produkte für die  Zukunft und bringen parallel dazu natürlich auch neue Produkte heraus. Es ist ein fantastischer Job, der mir viel Spaß macht und den ich sehr liebe. Der Job ist sehr abwechslungsreich und wir gehen auch oft in die Brennerei, was ich sehr gerne tue.

MM: Wie oft seid ihr denn in der Brennerei?

Gillian: Unser Team besucht im Schnitt etwa zwei- bis dreimal im Monat die Brennereien, aus den verschiedensten Gründen, wobei jeder einzelne von uns etwa vier mal im Jahr in die Brennereien fährt. Wir nutzen eigentlich jede Gelegenheit, die sich uns bietet, denn die Brennereien sind auch magische Orte, die wir sehr gerne besuchen.

MM: Euer neuestes Produkt ist der "Ardbeg Dark Cove". Wie stark warst du an der Entwicklung beteiligt?

Gillian: Der Whisky war schon in den entsprechenden Sherry-Fässern am Reifen, als ich vor vier Jahren zu Ardbeg und Glenmorangie kam. Ich war also in die finalen Schritte eingebunden, in die Auswahl der Fässer und Entwicklung der Rezeptur. Wir haben während der Reifung die Lagerbestände beobachtet, bezüglich Farbe und der Aromen, und haben überprüft, ob wir auch die Aromen bekommen, die wir erwartet haben. Diese Sherry-Fässer haben sich sehr kräftig und intensiv entwickelt, und waren am Ende schon fast zu stark, um alleine stehen zu können, es war eigentlich zu viel des Guten.

Wir haben ein Gegengewicht gebraucht, damit der Whisky eine schöne Balance bekommt. Also haben wir mit anderen Fässern herumexperimentiert, damit wir ein optimales Mischungsverhältnis finden zwischen diesen Dark Sherry-Fässern und den klassischen Ardbeg-Bourbon-Fässern. Wir haben dann auch die letzten Fein-Einstellungen vorgenommen und das finale Rezept festgelegt.


MM: Es waren also keine gewöhnlichen Sherry-Fässer, die ihr benutzt habt?

Gillian: Diese Fässer haben tatsächlich eine ganz besondere Geschichte. Wir dachten ja immer, dass PX-Fässer die intensivste, süßeste und dunkelste Kategorie von Fässern sind, die man bekommen kann. Aber als einer unserer Fasslieferanten diesen besonderen Sherry erwähnte, der noch extremer als der PX-Sherry ist, waren alle wie elektrifiziert und dachten - wow, das klingt fantastisch. Um diesen sogenannten "Dark Sherry" oder auch "Black Sherry"  zu erhalten, geht man noch einen Schritt weiter. Die Trauben werden nicht nur in der Sonne getrocknet, und dann ausgepresst, sondern zusätzlich erhitzt. Das treibt noch mehr Wasser aus den Trauben heraus und der Geschmack wird noch intensiver.

Dieses Produkt war sehr populär in der Vergangenheit, aber es wird heutzutage eigentlich nicht mehr hergestellt, weil es wohl zu teuer in der Produktion war. Unser Fasslieferant produziert jedoch gelegentlich für ausgewählte Kunden sehr geringe Mengen dieses "Dark Sherry". Er konnte uns also tatsächlich diese Fässer zur Verfügung stellen. Wir haben sie in mehreren Chargen im Verlaufe von zwei Jahren erworben, weil er immer nur kleinste Mengen herstellte, und wir wussten, dass dies der ultimative Sherry ist. Und da Ardbeg auch der ultimative Islay-Whisky ist, waren diese Fässer natürlich eine fantastische Gelegenheit.

Das Ergebnis ist wunderbar, der Whisky ist sehr schön ausbalanciert, er hat ein tolles Mundgefühl und eine unglaublich reichhaltig Konsistenz, er ist sehr ölig, es gibt dunkle Schokoladen- und Orangen-Aromen, aber wir haben auch die klassischen Ardbeg-Aromen, die man erwartet, diese Aromen von  Schiemannsgarn, Teer, und Zitrus-Noten, die eine schöne Balance bringen.

MM: In welchem Verhältnis habt ihr denn die Dark-Sherry-Fässer und die klassischen Bourbon-Fässer gemischt?

Gillian (lacht): Das verrate ich nicht. Ich weiß es natürlich genau, aber ich werde nichts sagen. Wir mussten klassische Fässer dazu geben, denn der Whisky aus diesen Sherry-Fässern hat dir die Socken ausgezogen. Vielleicht war die ursprüngliche Idee tatsächlich gewesen, die Fässer ungemischt abzufüllen. Aber wir haben beim Verkosten gemerkt, dass wir ihn ausbalancieren mussten. Und unser Whisky soll ja auch immer als Ardbeg erkennbar sein.



MM: Gibt es einen Unterschied zwischen dem jetzigen Dark Cove  und dem Committee Release?

Gillian: Der Unterschied liegt eigentlich nur in der Alkohol-Stärke. Dieser hier hat 46.5%, die Committee Release hat 55.5%. Es handelt sich aber um das gleiche Rezept für beide. Bei einer höheren Alkohol-Stärke hat der Whisky natürlich mehr Kraft. Es ist ein bißchen so wie beim Uigeadail. Der hat auch eine hohe Stärke, aber man merkt es nicht sogleich, wenn man ihn trinkt, weil er diese Süße hat, die auch den Torf zähmt.

MM: Der Dark Cove ist wirklich ein sehr schöner Whisky. Habt ihr vor, auch in Zukunft mit diesen Fässern zu arbeiten?

Gillian: Also, ehrlich gesagt, aufgrund der geringen Menge, in der dieser Dark Sherry hergestellt wird, wird es wohl eine einmalige Sache bleiben. Es waren wirklich nur Kleinstmengen, und es ist vollkommen unrealistisch, hier über eine regelmäßige Abfüllung nachzudenken, selbst wenn wir es wollten. Wir sind überglücklich, dass wir diese Fässer erhalten konnten, und es ist fantastisch, dass wir die Geschichte dieser Fässer erzählen können. Ich hatte zuvor davon nie gehört, und alle, die ich bis jetzt gefragt habe, kannten diese Fassart auch nicht. Wir haben eine zusätzliche Kategorie von Dark Sherry entdeckt.

MM: Was sind denn die Pläne für die kommenden Ardbeg Days?

Gillian (lacht wieder): Ich kenne schon die Pläne für die nächsten fünf Ardbeg Days, aber ich werde nichts verraten. Aber das schöne bei Ardbeg ist, dass man weißt, dass es gut werden wird. Der Whisky wird eine super Qualität haben, es wird ein bestimmtes Thema um den Whisky herum geben, und es wird Spaß machen.



MM: Da stimme ich dir absolut zu. Ardbeg überrascht uns jedes Jahr mit einer besonderen Abfüllung, die immer sehr schön ist. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen und die Fans sind zunehmend unzufrieden, weil es bis heute keine Standard-Range gibt. Wo bleiben der Ardbeg 12, der Ardbeg 15, 17 oder 21? Hat man bei Ardbeg in der Vergangenheit die alten Lagerbestände geplündert, statt ausreichend alte Lagerbestände aufzubauen?

Gillian: Wir sind gar nicht so auf das Alter fixiert. Wir haben eine Abfüllung mit einer Altersangabe, den Ardbeg 10, aber ich glaube, dass die Leute manchmal zu sehr auf Zahlen fixiert sind. Ich meine, wenn ein Whisky bereit ist, sollte man ihn abfüllen. Der Dark Cove hat auch keine Altersangabe - ich weiß, wie alt er ist, und wir hätten natürlich eine Zahl drauf schreiben können, und dann hätten wahrscheinlich alle gejubelt und wären total begeistert, aber wir wollen, dass die Leute vom Whisky begeistert sind und nicht von den Zahlen auf dem Etikett.

Ich war ja nicht von Anfang an dabei, aber ich weiß natürlich, dass wir auch den Ardbeg 17 herausgebracht haben. Es wird in der Zukunft auch Abfüllungen geben, die alt sind, aber wir wollen eine vernünftige Mischung von altem und weniger altem Whisky haben. Und es ist nicht immer nötig, dass ein Whisky Jahr um Jahr im Fass verbringt. Es kommt darauf an, welches Geschmacksprofil du erreichen willst. Es wird immer eine Mischung geben. Bei Glenmorangie ist es ja das gleiche. Wir haben dort auch Abfüllungen mit und ohne Altersangabe.

MM: Ja, aber es gibt auch einen Glenmorangie 18 und einen Glenmorangie Quarter Century. Bei Ardbeg gibt es das nicht. Warum? Wird es das in der Zukunft irgendwann geben?

Gillian: Uh, schwierige Frage. Ganz ehrlich, wir haben ältere Bestände. Aber wir haben sie nicht tonnen-weise. Wenn wir einen Ardbeg mit höherer Altersangabe herausbringen würden, dann wären es nur kleine Mengen, weil wir nicht so viel haben. Und ich weiß nicht, ob das die Situation nicht noch frustrierender machen würde, weil viele Leute dann erst recht keine Flasche ergattern würden.

Wir legen natürlich Bestände zurück, für ältere Editionen, aber man sollte sich nicht so auf die Zahlen fixieren. Wenn der Whisky "ready and right" ist, wenn er bereit und gut ist, dann nehmen wir ihn.

MM: Wie wird denn deiner Meinung nach die Entwicklung in der Zukunft aussehen? Viele Whisky-Freunde beklagen sich mittlerweile, dass NAS-Whiskys weniger Qualität für mehr Geld bedeuten, und fühlen sich übers Ohr gehauen. 

Gillian: Was denkst DU denn? Ist der Dark Cove etwa ein Whisky von geringer Qualität?? Das ist ein ausgezeichneter Whisky mit einer superben Qualität!!!

MM: Ja, das ist er in der Tat. 

Gillian: Wenn ich dir sage, der ist 25 Jahre alt, denkst du dann, wow, das ist der beste Ardbeg? Die Leute sollen den Whisky genießen. Stattdessen sind alle so detail-versessen geworden. Da hat sich viel verändert. Die Leute haben früher sehr viel weniger über Whisky gewusst und waren glücklich, wenn er geschmeckt hat.

Heute wollen die Leute jedes kleinste Detail wissen. Wir lehnen das ja nicht ab, wir geben ja gerne Informationen über unseren Whisky. Aber ich glaube, es ist wichtig, eine gute Balance zu haben. Man sollte einen Whisky für das schätzen, was er ist, nicht für eine Zahl.

MM: Natürlich. Aber wenn eine Flasche einhundert, zweihundert oder sogar dreihundert Euro kostet, dann will ich doch wissen, wofür ich mein Geld hinlege.

Gillian: Ja, das verstehe ich. - Ich lege die Preise nicht fest. Ich mache das Zeugs, aber ich habe keine Ahnung, was die Leute dafür bezahlen sollen. Am schönsten wäre es, wenn wir den Whisky verschenken könnten, damit möglichst viele Leute ihn auch trinken können.  - Aber ich verstehe, was du meinst. Wir geben auch gerne möglichst viele Informationen, aber ein paar Geheimnisse müssen wir doch auch für uns behalten dürfen. Was bleibt von der Magie übrig, wenn man alles weiß? Aber es ist eine interessante Debatte, und sie wird noch eine Weile weitergehen.


MM: Wie sehen denn eure Pläne für die Entwicklung in den nächsten 10 Jahren aus?

Gillian: Wir wollen natürlich wachsen. Wir wollen, dass mehr Leute die Gelegenheit haben, unseren Whisky zu genießen. Und solche besonderen Events wie hier in Hamburg  geben uns die Möglichkeit, dass wir Interesse wecken können und neue Personen unseren Whisky kennenlernen. Und gleichzeitig haben die Fans von Ardbeg die Gelegenheit, eine besondere, einmalige Variante zu erhalten. Wir wollen die Leute mit ins Boot holen. Die Kategorie der  rauchigen Whiskys entwickelt sich gerade sehr stürmisch. Aber es ist schwierig vorherzusagen, was die Zukunft bringen wird. Whisky bewegt sich immer in Wellen. Wir haben gerade einen Aufwärtstrend, aber wer weiß, wie lange das bleiben wird. Es gibt weltweit viele verschiedene Märkte, man darf sich nicht nur auf einen Markt konzentrieren.


MM: Ardbeg ist eine kleine Brennerei, mit nur zwei Brennblasen, eine Wash Still und eine Spirit Still. Gibt es Pläne zur Erweiterung?

Gillian: Wir denken darüber nach. Aber wenn wir die Anzahl der Brennblasen verdoppeln - das wäre ein riesiger Sprung. Wir würden die Produktion verdoppeln und das wäre eine Menge Whisky, den wir über Nacht mehr verkaufen müßten. Es gibt deshalb keine unmittelbaren Pläne zur Erweiterung, aber es gibt Überlegungen, die Kapazitäten auszubauen, z.B. mit einem zusätzlichen Maischebottich. Also, behalte uns im Auge, das ist alles, was ich derzeit sagen kann. Ich würde dir gerne mehr erzählen, aber dann gibt man mir wahrscheinlich die Papiere ...

MM: Das wollen wir natürlich nicht riskieren. Ich danke dir herzlich für dieses Interview, Gillian!






Samstag, 14. Mai 2016

Tasting Notes: Oban Little Bay

Oban ist eine der kleinsten Brennereien in Schottland, und gehört zu den ursprünglich sechs "Classic Malts of Scotland" von Diageo. Vor allem in den USA erfreut sich der Single Malt von Oban großer Beliebtheit, und im vergangenen Jahr wurde zusätzlich zum Klassiker Oban 14  eine NAS-Abfüllung auf den Markt gebracht: Oban Little Bay.  Jetzt hat Diageo die "Kleine Bucht"  nach Deutschland gebracht. 


Zum Einsatz kommen laut offiziellen Angaben zunächst drei verschiedene Fassarten, refill Hogsheads aus amerikanischer Eiche, refill ex-Bourbon-Fässer mit neuen Fassdeckeln und europäische Sherry-Fässer. Danach erhält er noch ein halbes bis dreiviertel Jahr ein Finish in kleinen, wenig aktiven Fässern. Die Produktpalette von Oban umfasst derzeit vier Varianten: neben Oban Little Bay und Oban 14 gibt es noch die Distiller's Edition sowie eine 18jährige Abfüllung, die offiziell nur in den USA erhältlich ist. 2013 wurde eine 21 Jahre alte Abfüllung als Teil der jährlichen "Special Release" herausgebracht.

Meine Tasting Notes:

Oban Little Bay, 43%, gefärbt

Neues bei Diageo. Interview mit Thomas Plaue, Master of Whisky

Gleich drei neue Abfüllungen hat Diageo in diesem Frühjahr auf den Markt gebracht, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Oban Little Bay gehört ins Lager der viel geschmähten NAS-Whiskys,  Lagavulin 8 trägt ein überraschend junges Alter und mit Johnnie Walker Green Label ist eine lang vermisste Blended-Malt-Abfüllung wieder zurück gekehrt. Will sich der multinationale Konzern in Zukunft von seinen Classic Malts verabschieden? In Limburg hatte ich Gelegenheit mit Thomas Plaue, Master of Whisky bei Diageo, über die neuen Abfüllungen und die Strategien des Konzern zu reden.


MM: Thomas, wodurch unterscheidet sich der neue Oban Little Bay vom Oban 14, den wir seit Jahren als Teil der Classic-Malts-Collection kennen?

Donnerstag, 12. Mai 2016

Medaillen-Regen für Bremer Spirituosen Contor

Bei den diesjährigen ISW Spirits Awards des Meininger Getränke-Fachverlages in Neustadt wurde der Masterson's 10-Year-Old Straight Rye zum  "Whisky des Jahres 2016" gewählt.  Doch das war nur einer der Gründe, warum Markting-Chef Timo Lambrecht allen Grund zum Jubeln hat: für das Bremer Spirituosen-Contor hat es diesmal beim ISW einen wahren Medaillen-Regen gegeben.



Gleich drei der Whiskys aus dem Portfolio des BSC haben "Großes Gold" gewonnen: neben dem Masterson's Rye auch Scallywag und Ledaig 10 Years Old aus der Reihe Douglas Laing's Old Particular. Weitere  Gold-Medaillen gab es unter anderem auch für Writer's Tears Cask Strenght 2015, Tomintoul Peaty Tang, Akashi Blend  und den Kirk & Sweeney Rum. Insgesamt wurden 27 Produkte des BSC mit Medaillen prämiert und das BSC wurde als Importeur des Jahres ausgezeichnet. Da hat wohl jemand ein besonders glückliches Händchen bei der Zusammenstellung seines Portfolios gehabt! MargareteMarie gratuliert recht herzlich!

Weitere Infos gibt es auf der Website des ISW und in der Pressemitteilung des BSC:

Sonntag, 1. Mai 2016

Interview: Jason Stubbs, Barr an Uisce Irish Whiskey

Irischer Whiskey erlebt derzeit eine fantastische Renaissance. Der jüngste Neuzugang in diesem Segment heißt Barr an Uisce und wurde in Limburg erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt. Jason Stubbs, Mit-Eigentürmer der Marke, war dazu eigens von der grünen Insel angereist und hatte die Sharing Angels zu einem kleinen, privaten Tasting am Stand von Irish-Whiskey geladen. In einem Gespräch hat er mir mehr über die Hintergründe seiner Marke verraten - und am Ende für eine wunderbare Überraschung gesorgt.

Jason Stubbs (links), Barr an Uisce. foto: margaretemarie

MM: Jason,  eure Firma besitzt einen Whiskey, aber keine eigene Brennerei. Habt ihr vor, eine zu bauen?

JS: Das ist eine gute Frage. Wir haben vor, ein Fasslager aufzubauen. Für eine Brennerei braucht man eine beachtliche Kapitalmenge. Wir wollen das nicht ausschließen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht unsere oberste Priorität.

MM: Dann lass uns über den Whiskey reden, den du neu auf den Markt gebracht hast.


Freitag, 22. April 2016

Unabhängige Abfüller: Whisky Warehouse No 8

Die Ursprünge von Whisky Warehouse No 8 reichen weit zurück, denn Firmenchef Thomas Klink ist ein Urgestein der deutschen Whisky-Szene. Seit 2007 bringt er unter dem Begriff der Warehouse Collection erstklassige Einzelfassabfüllungen aus den verschiedensten schottischen Regionen auf den Markt. Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, mit dem sympathischen Hanseaten ein längeres  Interview zu führen. Und trotz der Vorurteile, dass Norddeutsche wortkarg seien, erwies sich Thomas als durchaus gesprächig.




Mittwoch, 20. April 2016

Vorschau Whisky-Fair Limburg: Neuheiten und Highlights

Am kommenden Wochenende findet in Limburg zum 15. Mal die Whisky-Fair statt. Neben den Großen der Branche geben sich hier vor allem viele kleine, unabhängige Abfüller ein Stelldichein. Wer den besonderen Tropfen sucht, wird in Limburg fündig werden. Das Angebot ist riesig, und wie immer warten auch viele Highlights und Neu-Erscheinungen auf den Besucher. An welchem Stand sollte man unbedingt gewesen sein? Hier meine 10 Top Tips für dieses Jahr:



1. Sansibar

Obwohl Sansibar-Whisky bereits seit einigen Jahren am Markt ist, gilt die Firma noch immer als Geheimtipp für die Fans von altem Whisky, der zum Trinken gedacht ist. Dieser unabhängige Abfüller beliefert nicht nur das gleichnamige Restaurant auf der Insel Sylt, sondern auch den asiatischen Markt. In Zusammenarbeit mit seinem taiwanesischen Importeur hat Sansibar-Whisky die Reihe „Samurai Label“ ins Leben gerufen. Diese Serien-Abfüllungen werden in Hongkong und Taiwan verkauft, sind aber auch in Deutschland erhältlich. Leider sind sie in der Regel immer schnell vergriffen. In Limburg werden das neue Batch 4 der Samurai-Serie sowie die neuen Abfüllungen der Sansibar-Range erstmals in Deutschland präsentiert:

Dienstag, 19. April 2016

Single Cask Seasons 2016 Spring, Bunnahabhain, April 2004 - März 2016, 49.7%, Signatory Vintage, selected by Kirsch Whisky Import

Single Cask Seasons ist eine Reihe des unabhängigen Abfüllers Signatory Vintage, die er viermal jährlich zusammen mit dem deutschen Whisky-Importeur Kirsch aus Bremen herausbringt.  Ziel der Serie ist es, einen Whisky zu finden, der die Jahreszeit widerspiegelt. Für den Frühling 2016 wurde ein fast zwölf Jahre alter Bunnahabhain aus einem First Fill Sherry Fass gewählt. Ende nächster Woche wird die neue Abfüllung erscheinen. Ob der wirklich zur Jahreszeit passt?





Single Cask Seasons 2016 Spring, Bunnahabhain, April 2004/März 2016, Fass Nr. 800195, First Fill Sherry Butt, 49.7%, Signatory Vintage, selected by Kirsch Whisky Import


Aroma:

Der erste Eindruck gefällt direkt. Karamell. Süßer Traubenzucker. Cranberries, Feigen,

Sonntag, 17. April 2016

Tasting Notes Blair Athol, 2006-2016, Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, 46%

Blair Athol gehört zu den schönsten Brennereien in Schottland und zieht jährlich über 35.000 Besucher an. Der Whisky von Blair Athol findet vor allem im Blended Whisky von "Bell's" Verwendung. Offizielle Abfüllungen von Blair Athol gibt es nicht, als Originalabfüllung gilt der 12 Jahre alte Whisky der Fauna und Flora Serie. Der vorliegende Blair Athol von Gordon & MacPhail reifte in einem refill Sherry Cask.


Tasting Notes:

Blair Athol, 2006-2015,  Gordon & MacPhail, Connoisseurs Choice, (refill) Sherry Cask

Aroma:

Malzig und sehr sherry-betont, mit einer ganz leichten Schwefel-Note, die jedoch nicht unangenehm hervorsticht, sondern eher für eine kräftige Würzigkeit sorgt. Darunter verbergen sich dezente Fruchtaromen wie Mandarinen, aber auch saurer Apfel und Zitronen, gepaart mit eher grasigen Noten und etwas Honig.

Geschmack:

Sehr ölig, würzig, und weinig. Sehr harmonisch. Auch hier dominiert der Sherry-Eindruck, ergänzt von Zündholz, Milchschokolade, und Rumrosinen. Trocken.

Nachklang: 

mittellang

MargareteMarie meint:

Dieser Blair Athol hat eine wunderbare Struktur, und fließt schwer und ölig ins Glas. Die Sherry-Note steht eindeutig im Vordergrund, ein Früchtebouquet sollte man nicht erwarten. Vielmehr ergänzen sich die öligen, weinigen und würzigen Noten zu einem sehr ausgewogenen Ganzen.


In einem Satz: für Freunde des gepflegten Sherry-Genuss


Samstag, 16. April 2016

Tasting Notes: Teerenpeli Kaski, Single Malt Whisky, Sherry Cask, Finland, 43%

Die Teerenpeli Distillery im finnischen Lahti wurde 2002 gegründet. Die erste Abfüllung kam bereits 2005 auf den Markt und wurde vor allem im Restaurant der Besitzer verkauft, wo sich die Brennerei befindet. Inzwischen gibt es auch eine 10jährige Abfüllung. 2012 kam unter dem Namen "Kaski" eine Sherryfass-gereifte Abfüllung auf den Markt, gefolgt von "Hosa" (gereift in Islay-Fässern), und  "Rasi", einer Variante mit Moskatel-Finish. Neu in diesem Jahr sind "Karhi" (Madeira-Finish) und "Aura" (Porter Bierfass).




Tasting Notes: 

Teerenpeli Kaski, Distiller's Choice, Single Malt Whisky, 100 % Sherry Cask matured, NAS, Finland, 43%


Aroma:


Der eher zarte und florale Grundcharakter ist stark Sherry-dominiert. Ganz dunkel sind die Früchte