Freitag, 23. September 2016

Interview: Der neue Glenfiddich IPA

Eine der interessantesten Neu-Erscheinungen in dieser Saison ist für mich die Glenfiddich IPA-Abfüllung. In Großbritannien sind  "India Pale Ale"-Biere, oder IPA-Biere, wie sie kurz genannt werden,  derzeit sehr angesagt. Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit, wann die Whisky-Produktion das Bier entdeckt. Mit dem Markenbotschafter von Glenfiddich, Markus Heinze, habe ich mich deshalb über die neue Bedeutung eines alten Produktes unterhalten.



MM: Bierfaß-Finish gab es zwar schon gelegentlich, z.B. bei Säntis Malt, aber es ist doch noch eher ungewöhnlich. 

Mittwoch, 21. September 2016

Tasting Notes: The Glover 18, Blended Malt, Adelphi

Zu den interessantesten Blended Malts der jüngeren Zeit gehört der "Glover" von Adelphi. Schon im vergangenen Jahr kamen der "Glover 22 " und "Glover 14" auf den Markt, jetzt wurde die Reihe um den "Glover 18" ergänzt. Adelphi wagt damit ein Cross-Over und mischt schottischen Malt Whisky mit Malt Whisky aus der inzwischen abgerissenen Hanyu-Brennerei in Japan. In Deutschland war der Glover 18 am Erscheinungstag bereits innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.


Adelphi ist mit ihrer Serie "The Glover" ein besonderes Marketing-Kunststück gelungen. Malt Whisky aus der 2004 abgerissenen Hanyu Brennerei gehört inzwischen zu den teuersten der Welt. Noch gibt es Restbestände, die der Enkel des Hanyu-Gründers, Ichiro Akuto, rechtzeitig sicher stellen konnte. Adelphi gelang es, eines dieser Fässer zu erwerben und verkaufswirksam mit schottischem Malt zu einem interessanten Blend zu mischen.

Montag, 19. September 2016

Tasting Notes: C&S Dram Collection Dufftown und Inchgower 2016

Unter dem Label "Dram Collection" bringt Andrea Caminneci seit 2006 Whiskys zum vernünftigen Preis auf den Markt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die Label sind brandneu.



C&S Dram Collection Dufftown, 7 Jahre, Bourbon Barrel + Wine Finish, 58.8%, Fass-Nr. 700215, 2009-2016, 260 Flaschen

Freitag, 16. September 2016

Neue Trends - die wichtigsten Whiskys in diesem Herbst

Der Whisky-Boom ist ungebrochen, und auch in der zweiten Hälfte des Jahres stehen uns unzählige neue Abfüllungen ins Haus. Dass man seine Kunden immer häufiger  mit neuen Produkten überrascht, gehört ja inzwischen zum festen Ritual in der Branche, und manchmal fühle ich mich fast wie ein Mode-Blogger, der aufpassen muss, dass er die neuen Trends nicht verpasst. Werfen wir also einen Blick auf die neuen Modelle dieser Herbstsaison.



Alter

Die größte Überraschung gab es diesen Sommer bei Macallan, die eine neue Abfüllung mit Altersangabe auf den Markt bringen werden.

Montag, 12. September 2016

Tasting Notes: Ardbeg Twenty One Committee Release

Endlich bringt Ardbeg den Whisky heraus, auf den wir schon letztes Jahr sehnsüchtig gewartet haben. Endlich gibt es einen Ardbeg mit Altersangabe. Und dann gleich so ein Kracher. Ardbeg 21. Muss man da noch viel sagen? Eigentlich nicht. Ich überlasse das Reden diesmal den Leuten aus dem Marketing. Ich will nur wissen: wie gut ist er? Hier meine Tasting-Notes. (Die Presse-Erklärung findet ihr weiter unten.)




Tasting Notes: Ardbeg 21 Committee Release, 46%


Samstag, 10. September 2016

Scotch Universe erstmals mit neuen Abfüllungen am Markt

Seit ein paar Tagen ist die Whisky-Szene um einen neuen Abfüller reicher: das Scotch Universe. Doch hinter diesem stellaren Namen verbirgt sich keine neue Welt, sondern eine altbekannte Größe. Michel Reick erfreut mit seinen Best-Dram-Abfüllungen bereits seit über zwei Jahren unsere Herzen und Gaumen. Mit dem Scotch Universe Label will er jetzt aufbrechen in neue Dimensionen. 



Michel Reick hat dieser Tage viel zu tun: die ersten sieben Abfüllungen seiner neuen Firma "Scotch Universe", die er vor wenigen Tagen vorstellte,  haben in der Szene für Furore gesorgt und wurden mit viel Neugier und Begeisterung aufgenommen. Das Angebot ist bunt gemischt, es gibt alte und junge Whiskys, verschiedene Faßarten,  Blended Malt,  teaspooned Malt, Bourbon, Grain und natürlich auch ganz einfach Single Malt. Trotz aller Unterschiede haben sie alle etwas gemeinsam: der Name der Brennerei wird nicht genannt.

Stattdessen tragen sie klangvolle Namen von galaktischen Himmelserscheinungen, wie beispielsweise Alpha Centauri, Solar Flare Alpha oder Pegasus.  Auf den Labeln prangen  fantasievolle kosmische Koordinatenangaben in Form von seltsamen Zahlen- und Buchstabenkombinationen. Und genau hier beginnt die Sache Spaß zu machen: denn hinter diesen scheinbar sinnlosen Angaben verbergen sich konkrete Hinweise auf das Alter des Flascheninhaltes in Monaten, auf die Fassart, ob peated  oder unpeated und auf das Gründungsjahr der Brennerei. Es sind also alle Angaben vorhanden, die man sich auf einem Label wünscht. Und so wie einstmals die Seeleute mit einem Sextanten jeden Punkt auf der Erde finden konnten, so kann der geübte Whisky-Kosmonaut mit Hilfe dieser Koordinaten alle Lagepunkte im schottischen Whisky-Universum entschlüsseln.



Soviel Geheimniskrämerei hat handfeste Gründe, wie Michel mir in unserem Gespräch ganz unprätentiös verrät. "Die schottischen Brennereien verbieten immer häufiger, dass wir den Brennereinamen auf dem Label angeben. Ich war es satt, mir immer wieder seltsame gälische Bezeichnungen ausdenken zu müssen, die sich niemand merken will und die niemanden zufrieden stellen. Ich habe lange nach einem Weg gesucht, wie ich die nötige Transparenz bieten kann, ohne vertragsbrüchig zu werden. Mit dem Scotch Universe habe ich endlich die Lösung gefunden."

In der Whisky-Branche ist Michel Reick längst kein Unbekannter mehr. Seit 2004 betreibt er mit Ehefrau Sandra das Whisky-Dungeon (bzw. seine Vorläufer), eine Whisky-Bar mit angeschlossenem Whisky-Shop. Gemeinsam mit Thomas Ide von The Whisky Chamber und Mike Müller brachte er eine Weile Exklusiv-Abfüllungen für das Whisky Dungeon und die Brick House Saxo Bar in Remscheid heraus. 2014 wagte Michel dann den Schritt zum unabhängigen Abfüller  und gründete zusammen mit Mike, dem damaligen Betreiber der Brick House Saxo Bar, die Firma Müller & Reick Spirituosen Handel & Import GbR. Zusammen bringen die beiden seither unter dem Label "Best Dram" schöne Einzelfassabfüllungen auf den deutschen (und japanischen) Markt.

Mit Scotch Universe will er mehr: Für die USA, Österreich, Taiwan, Japan und Holland wurden bereits Vertriebspartner gefunden, Polen wird bald folgen. Für eine solche Größe braucht man Fässer. Viele Fässer. Gute Fässer. Doch die sind derzeit sehr begehrt. Ob er denn keine Angst habe, dass irgendwann der Nachschub ausbleibt, will ich wissen. Michel bleibt gelassen: "Ich habe schon vor Jahren damit angefangen, gute Fässer zu sammeln und mir eine gute Reserve angelegt. Am besten ist es, wenn man die Fässer noch jung kauft und dann liegen läßt, bis der Zeitpunkt passt. Dazu braucht man natürlich Kapital in der Hinterhand".


Dafür, dass ihm das Kapital nicht ausgeht, sorgt auch sein Geschäftspartner bei Scotch Universe. Alexander Springensguth ist PR- und Werbeunternehmer aus Münster mit einem Faible für schottischen Whisky. Auch er hat in der Vergangenheit eine beachtliche Sammlung an Fässern in Schottland angelegt,  und gründete 2015 Jahr die Spirituosenfirma Five Lions GmbH, zu der auch die Internetpräsenz yourwhiskycask.co.uk gehört. Seit diesem Sommer bringt Springensguth unabhängige Abfüllungen unter dem Label Five Lions heraus.

Gemeinsam wollen sie jetzt das schottische Whisky-Universum erobern. Schon im Oktober werden fünf neue Abfüllungen erscheinen und wahrscheinlich auf der Whisky-Messe in Hofheim erstmals präsentiert werden. Sie werden ebenfalls ein breites Spektrum abdecken und verschiedene Regionen umfassen sowie verschiedene Fasslagerungen. Auch Rum- oder Madeirafass-Finish sind geplant. Einziger Wermutstropfen: nicht alle Abfüllungen des Scotch Universe werden den deutschen Markt erreichen, besonders teure Abfüllungen, wie beispielsweise ein 1989er Bunnahabhain für ca. 280 Euro, bleiben den Whisky-Trinkern in Übersee vorbehalten.

 

Da mag es ein kleiner Trost sein, dass im Oktober auch ein Weihnachtsstern dabei sein wird: wie mir Michel verraten hat, wird ein 32 Jahre alter Whisky bei den kommenden Abfüllungen dabei sein. Da kann man doch schon mal das Weihnachtsgeld sparen...

PS: Tasting Notes folgen noch.

 http://www.scotch-universe.co.uk/



Freitag, 9. September 2016

Neu: Wolfburn Aurora


Angekündigt war sie schon länger, jetzt ist sie endlich erhältlich: mit "Aurora" bringt die junge, schottische Brennerei Wolfburn jetzt auch eine Abfüllung auf den Markt, bei der Sherry-Fässer zum Einsatz kamen. Mehr dazu in der folgenden Pressemitteilung.



Wolfburn Distillery präsentiert „Aurora“

Donnerstag, 8. September 2016

Tasting Notes: Seven Stills

Whiskys aus stillgelegten oder abgerissenen Brennereien sind heißbegehrte Raritäten, und echte Maltheads müssen unbedingt auch einen Littlemill, Convalmore oder Rosebank getrunken haben. Von Brora gar nicht zu reden. Doch wer von euch hat schon mal einen Parkmore im Glas gehabt?


Die Stadt mit der höchsten Brennerei-Dichte der Welt ist wahrscheinlich Dufftown. Sieben Brennereien waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in der schottischen Kleinstadt entstanden, und bis heute kennt fast jeder Whisky-Fan das Sprichwort: "Rome was built on seven hills, but Dufftown was built on seven stills". Sechs dieser Brennereien sind mittlerweile weltbekannt: Mortlach (1823), Glenfiddich (1886), Balvenie (1892), Convalmore (1894, geschlossen 1985),  Dufftown (1896) und  Glendullan (1897). Die siebte Brennerei jedoch ist fast in Vergessenheit geraten: Parkmore.

Parkmore wurde 1894 gegründet, aber bereits 1931 wieder geschlossen und die Lager-Bestände angeblich vernichtet. Das Stillhaus existiert nicht mehr, aber die Lagerhäuser sind noch immer gut erhalten und befinden sich derzeit im Besitz von Edrington. Doch sie beinhalten keinen Whisky von Parkmore mehr.

Anzeige für Seven Stills 1902, S. 1325 (65)

Whisky aus der Brennerei Parkmore ist entsprechend schwer zu finden.  Es gab allerdings einen Blended Malt, der angeblich alle Malts dieser sieben Brennereien aus Dufftown vereinigte: "Seven Stills". Und auch Parkmore soll in diesem Blend enthalten sein. Abgefüllt wurde Seven Stills von der Firma Cockburn & Murray, die heute zum unabhängigen Abfüller Ian Macleod gehört.

Wann genau Cockburn & Murray von Macleod übernommen wurde, habe ich nicht herausfinden können. Da Ian Macleod 1933 gegründet wurde, kann die Übernahme erst nach der Stilllegung von Parkmore stattgefunden haben.

Doch die Firma Cockburn & Murray ist deutlich älter. Bereits 1902 erschien eine Anzeige für Seven Stills im damaligen "Post Office Directory". Im  "Highland Light Infantery Chronicle" von 1914 (Jan.-April) konnte ich ebenfalls eine großzügige Anzeige für den Blended Malt entdecken.  Offensichtlich hat man keine Mühen gescheut, Seven Stills im In- und Ausland bekannt zu machen. Und vielleicht hat ja so manche Flasche mit den berühmten sieben Malts von Dufftown den Soldaten bei einem langen Marsch in den weiten Gefilden des Britischen Imperiums Mut und Trost gespendet.

Werbe-Anzeige 1914
Die Anfänge der Firma Cockburn & Murray liegen wahrscheinlich im  Jahr 1855, als erstmals der Tee-, Wein- und Spirituosenhändler J.&G. Cockburn ein Geschäft in der South Castle Street 21 eröffnete. Damals war Mortlach die einzige Brennerei in Dufftown, der große Whiskyboom stand noch bevor. Zwei Jahrzehnte später führte George Cockburn die Firma unter seinem Namen alleine weiter und erweiterte sie um den Bereich des Wein- und Brandyimports, ehe er schließlich nach der Jahrhundertwende mit William Murray zu Cockburn & Murray verschmolz.

In späteren Jahrzehnten, unter Ian Macleod, wurde unter dem Namen Cockburn & Murray vor allem Whisky für den Export (nach Italien) abgefüllt. Ob auch in den Nachkriegsjahren noch Whisky von Parkmore in diesem Blend enthalten war, vermag ich nicht zu beurteilen. Und ich weiß auch nicht, aus welchem Jahrzehnt die Flasche wohl stammte, die ihren Weg auf die Whisky-Fair in Limburg gefunden hatte, der Verkäufer war leider recht wortkarg.

Doch der Gedanke, dass ich vielleicht tatsächlich ein paar Tropfen Parkmore (und Convalmore) getrunken habe, ist überaus reizvoll. Und wenn nicht - ein Stückchen spannende Whsiky-Geschichte war auf jeden Fall im Glas. Und mein Dank gilt an dieser Stelle ganz besonders Willi für diesen Tipp.

Meine Tasting Notes:

Seven Stills, Blended Malt (vatted), Cockburn & Murray,  5 Jahre, 75 cl, 43%, Italien-Import


Aroma: Aromen von saurem Wein, Malz und Minze mischen sich mit Vanilleduft und braunem Zucker, er wirkt recht süß und überraschend frisch, aber auch etwas dünn und abgewetzt. Als hätte sich die Mehrzahl der süßen Früchtchen schon längst aus dem Staub gemacht und überwiegend das unreife, halbgrüne Zeug zurückgelassen. Nach einer langen, langen Zeit werden dann doch noch die Sommerblumen wach und recken ihre süßen Köpfchen aus dem Glas. Wasser? lieber nicht.


Geschmack: extrem ölig, wachsig, und sehr mild, aber auch dumpf wie ein alter Küchenschrank im Keller. Grapefruchtschalen und Blätter von grünem Tee. Ein bißchen flach und träge kommt er an, als hätte er seine beste Zeit schon hinter sich.

Nachklang: kurz, die Grapefruit-Schalen bleiben auf der Zunge liegen.


MargareteMarie meint:

Ein leichter, wenig komplexer und trotz seinem Alter immer noch gut trinkbarer Blended Malt, der seine jugendliche Frische im Lauf der Jahre verloren hat. Der Reiz liegt vor allem in der Geschichte, die er zu erzählen hat. Und wer weiß, vielleicht ist ja wirklich noch etwas Parkmore enthalten.
 

Mittwoch, 7. September 2016

Kalak Single Malt Vodka neu im Vertrieb bei Alba Import

Die irische Whisky-Produktion erlebt zur Zeit eine neue Renaissance, und die neuen Destillateure und Firmengründer sind kreativ und experimentierfreudig. Origin Spirits Ireland Ltd. hat im vergangenen Jahr einen Single Malt Vodka auf den Markt gebracht, der jetzt auch den Weg nach Deutschland findet. Mehr dazu in der folgenden Pressemitteilung:




Mit Kalak Vodka kann Alba Import das Portfolio um einweiteres Premium Produkt aus Irland erweitern. 

Kalak Vodka - Ireland’s Single Malt Vodka – wird in West Cork aus irischer gemälzter Gerste hergestellt. Vierfach in traditionellen Pot Stills destilliert und in Small Batches abgefüllt, präsentiert er sich rein und weich am Gaumen, dabei aber erstaunlich komplex – ein Vodka mit Geschmack. Diese einzigartige Spirituose besteht zu 100% aus irischen Zutaten und wurde nach „An Cailleach benannt, der Wintergöttin und Schneekönigin der irischen Saga.

Dienstag, 6. September 2016

3x Whisky Warehouse 8 - Dailuaine 8, Glentauchers 14, Glenallachie 22

Hinter dem Namen Whisky Warehouse 8 verbirgt sich ein deutscher Abfüller aus dem Raum Hamburg. 2007 erschienen die ersten Abfüllungen der hochwertigen Warehouse Collection, seit 2013 gibt es auch die preisgünstigere Reihe Warehouse Dram.  In Limburg konnte ich einige seiner neuen Abfüllungen probieren.


Warehouse Dram: Dailuaine,  8 Jahre, 2008-2016, Sherry Finish Octave, 46%, 94 Flaschen