Anam na h-Alba deutscher Exklusiv-Importeur von Strathearn Distillery.

Früher tummelten sich Pferde auf dem Gelände der alten Bachilton Farm im schottischen Perthsire. Doch seit 2013 wird in den ehemaligen Stallungen Whisky gebrannt, der 2016 erstmals auf dem Markt erscheinen wird.  

Auch nach Deutschland wird der Craft-Whisky dieser Micro-Distillery den Weg finden: Anam na h-Alba wird zukünftig den deutschen Exklusiv-Import und die Distribution für die Produkte der Strathearn Distillery übernehmen. 
 
Foto:Strathearn

Für Tom Skowronek und seine Frau Melanie war die jüngste Fahrt nach Schottland ein voller Erfolg: diesmal haben sie nicht nur ein paar Fässer Whisky mitgebracht. Sondern sich auch die Rechte an Import und Vertrieb von Whisky sowie Gin der Strathearn Distillery in Deutschland sichern können.

Bisher sind die beiden mit ihrer 2011 gegründeten Firma "Anam na h-Alba" vor allem als unabhängiger Abfüller aufgetreten und haben sich in der Szene in kurzer Zeit mit ausgezeichneten Einzelfassabfüllungen einen guten Ruf erarbeitet. So gut, dass die beiden 2013 beschlossen, Whisky zu ihrem Beruf zu machen.

Doch Tom und Melanie wollen mehr, als nur ab und zu ein Fass nach Deutschland zu bringen. Wie Tom mir bei unserem Gespräch verriet, sind sie schon länger auf der Suche nach einer Brennerei gewesen, für die sie als Importeur tätig werden konnten.

Mit der Strathearn Distillery haben sie nun endlich einen Partner gefunden, der zu ihrer eigenen Whisky-Philosophie und zu ihrem Portfolio passt. Denn die Besitzer von Strathearn (allen voran Tony Reeman-Clark) legen großen Wert auf handwerkliche Tradition und hohe Qualität. Geplant sind in Zukunft vor allem Einzelfass-Abfüllungen, ungefärbt und nicht-kühlgefiltert.

Foto: Strathearn

Strathearn ist eine der kleinsten Bennereien in Schottland und wird den sogenannten Craft Distilleries zugerechnet. Ihre Kapazität beträgt maximal 30.000 Liter Reinalkohol pro Jahr, derzeit werden etwa 400 Liter pro Woche gebrannt. Große Massen sind das nicht. Als Micro-Destillerie legen die Betreiber von Strathearn stattdessen Wert auf handwerkliches Können und regionale Produkte.

So kommt beispielsweise überwiegend die Gerstensorte Maris Otter zum Einsatz, die früher wegen ihres Aromas in der Whisky-Produktion sehr geschätzt war, aber in der Vergangenheit von vielen Brennereien durch andere Sorten ersetzt wurde, weil Maris Otter weniger ertragreich ist. 


 "Craft distilleries werden ihren Nischenplatz finden"



Auch die kupfernen Alambik-Brennblasen sind deutlich kleiner als die Pot Stills der großen Industrieanlagen: die Wash Still fasst etwa 1.000 Liter, die Spirit Still knapp die Hälfte. Die ganze Anlage - einschließlich einer Mash-Tun und zwei Washbacks aus Edelstahl - passt problemlos in einen Raum.

Selbst die Fässer sind klein: Sie fassen im Durchschnitt 50-100 Liter. Trotzdem sind die Lagerkapazitäten der ehemaligen Farm mittlerweile schon so ausgeschöpft, dass Fässer auch in die benachbarte Tullibardine Brennerei ausgelagert werden müssen.


Brennereien wie Strathearn können nicht für einen Massenmarkt produzieren. Doch Tom Skowronek ist zuversichtlich: "Craft distilleries werden ihren Nischenplatz finden". Für die Zukunft erwartet der Firmenchef von Anam na h-Alba auch eine Zunahme in diesem Segment. Weit fortgeschritten sind bereits die Pläne der Raasay&Borders Distillers, Micro-Brennereien auf der Hebriden-Insel Isle of Raasay sowie in den Scotish Borders zu gründen. Dahinter soll übrigens der schottische IT-Tycon Bill Dobbie stecken.

Tom Skowronek


Noch werden wir den Whisky der Strathearn Distillery nicht probieren können: er wird erst ab Augut 2016 das nötige Alter haben. Doch in der Zwischenzeit wollen Tom und Melanie Skowronek interessierten Whisky-Freaks   New Make  und  Spirit präsentieren. Derzeit produziert die Brennerei drei Varianten: peated    (getorft), unpeated (ungetorft) und triple distilled (dreifach gebrannt) sowie vier verschiedene Sorten Gin: Heather Rose (ein rosafarbener Gin), Classic, Oaked Highland und Homecoming Scotland 2014.

Natürlich wird uns Tom auch weiterhin als unabhängiger Abfüller erhalten bleiben. Und irgendwann wird er auch das Cognac-Fass und das Tokayer-Fass abfüllen können, das er vor einigen Tagen in der Strathearn Distillerie befüllen ließ. Mit etwas Glück können die Besucher des Bremer Bottlemarkt den Spirit und die Gins der Strathearn Distillery bereits probieren. Spätestens auf der Whisky-Messe in Schloss Trebsen soll der zukünftige Whisky auf jeden Fall am Stand von Anam na h-Alba zu haben sein.


MargareteMarie sagt:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!


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