Im Glas: Balvenie Double Wood 17. Tasting Notes.

Als die Brennerei Balvenie in den 80er Jahren den "Balvenie Classic" in einer Bockbeutel-Flasche heraus brachte, dachte niemand, dass sie schon bald eine ganze Industrie revolutionieren würden. Nur 90.000 Flaschen umfasste die Abfüllung damals - und war ein Wood Finish ohne Altersangabe. 

Seither sollten noch viele andere Wood-Finish-Ausgaben folgen, wie etwa Madeira Cask oder Carribean Cask. Vor drei Jahren erschien dann die 17 Jahre alte "Deluxe-Variante" des Double Wood. Sie gehört heute ebenfalls zur Core-Range der Brennerei.
 

Der Balvenie Classic markierte den Beginn der sogenannten Wood-Finishes: Whisky, der mehrere Jahre lang in Amerikanischen Ex-Bourbon-Fässern gereift war,  wurde in europäische Ex-Sherry-Fässer umgefüllt und erhielt noch einige Monate lang eine sogenannte Nachreifung. Damals ein absolutes Novum.

1993 entschloss sich die Brennerei, auch eine 12jährige Variante des "Classic" herauszubringen: der "Balvenie Double Wood 12" war geboren. Bis heute gehört er nahezu unverändert zur Core-Range der Brennerei. Auf den Double Wood 17 mussten die Fans fast zwei Jahrzehnte warten. Er erschien erst 2012. Whisky braucht eben seine Zeit.

Tasting Notes: The Balvenie Double Wood, 17 Jahre, 43%

Farbe:
bernstein-gold

Aroma:
Der Double Wood 17 kommt gleich zu Beginn sehr süß und saftig an,  mit dem Duft  von frischen Äpfeln und Pfirsichen. Doch noch mehr als die Obst-Aromen dominieren der Geruch von frisch  Holzscheiten - als würde man in einem Sägewerk stehen.
Allmählich wird er dunkler, die Sherry-Noten kommen hinzu, er wird würziger, kräftiger, und am Ende tauchen auch Aromen von Zimt, gerösteten Mandeln,  und cremigem Vanille-Fudge auf.

Geschmack:
kräftig, würzig, gereift, aber auch hier dominiert der Geschmack von frisch gesägtem Holz, der lange auf der Zunge liegen bleibt.

Nachklang:
warm, lang anhaltend

MargareteMarie meint:

Der Balvenie Double Wood 17 macht seinem Namen alle Ehre: er vereint die Aromen von Bourbon-Fässern und Sherry-Butts hervorragend. Die zusätzlichen 5 Jahre, die er mehr hat als der Double Wood 12, tun ihm gut, er wird runder, weicher, milder und voller im Geschmack, ohne weichgespült zu sein. Trotz aller Milde hat er immer noch seine Ecken und Kanten und eine angenehme jugendliche Spritzigkeit.
Hier kamen keine ausgelaugten Fässer zum Einsatz, die Holznoten sind ausgesprochen dominant. Wer auf Holzbock steht, wird hier seine Liebe finden. Im Vergleich mit Double Wood 12 und Carribean Cask definitiv mein Favorit!

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