Ardbeg Day and Berlin Night - Impressions from a great week-end

Der Ardbeg Day hat inzwischen in den Herzen der deutschen Ardbeg-Fans einen besonderen Platz gefunden, denn die jährliche Sonderabfüllung wird an diesem Tag immer mit einem großen Spektakel gefeiert. In diesem Jahr fand die Party in Berlin statt, und für mich war sie besonders lang. Denn mein Ardbeg Day fing bereits am Abend vorher an.


Auf den Ardbeg Day freue ich mich immer besonders, weil an diesem Tag immer die neue Sonderausgabe vorgestellt wird, und der Ardbeg fließt bei der Gelegenheit naturgemäß auch in  Strömen. Doch in diesem Jahr musste ich zunächst einmal jede Menge Glenmorangie trinken. Was allerdings keine Strafe war, sondern im Gegenteil, es war das i-Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen. Und ich bin eigens dazu einen Tag früher nach Berlin gereist.


 Berliner Vorabendprogramm


Am Vorabend gab es nämlich ein ganz besonderes Tasting, das die Berliner Ardbeg Embassy  in Zusammenarbeit mit der Marketingabteilung von LVHM und dem Direktor für Whisky-Destillation und Whisky-Kreation auf die Beine gestellt hatte. Aber das klingt jetzt viel förmlicher und steifer, als es tatsächlich war. Vielleicht sollte ich ganz einfach sagen "... ich war bei Uwe im Union Jack, und Bill hat dort ein mega-geiles Tasting gemacht... " Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Wer Uwe kennt, weiß, was ich meine.

Allen anderen sei gesagt, dass ich von Uwe Wagmüller rede, in dessen Whisky-Laden "Finest Whisky" sich die Ardbeg Embassy befindet. Und da Uwe seit kurzem auch die älteste Whisky-Kneipe in Berlin betreibt, fand das Tasting mit Dr. Bill Lumsden, dem Director of Distillation and Whisky Creation von Ardbeg, auch in urigem Ambiente statt.


Acht  tolle Whiskys gab es an diesem Abend zur Verkostung, dazu jeweils die zur Fassreifung passenden erstklassigen Süßweine (Madeira, Pedro Xemenes, Marsala), leckeres Fingerfood als food-pairing, während der Pause ein großzügiges Lachs-Büffet und obendrein noch den New Make von Ardbeg und Glenmorangie. Und als Moderator Bill Lumsden himself, jener Mann, der bei Ardbeg und Glenmorangie den Whisky macht. In der Pause habe ich dann noch ein bißchen mit Marcus Whiskycuse fachsimpeln können. Schöner kann man den Ardbeg Day kaum einläuten.  

Ein besonderes Highlight war für mich der Glenmorangie Traditional, der mit "100 Proof" (also 57%) abgefüllt wurde und schon längst nicht mehr regulär erhältlich ist, und aus Uwes unermesslichem Schatzkästlein stammte. Leider war es die einzige Flasche, die er hatte, davon hätte ich mir gerne noch eine mitgenommen. Ein weiteres Highlight war eine Single Cask Abfüllung von Ardbeg von 1998 als Original-Abfüllung - super lecker, aber ich habe mich erst gar nicht getraut, nach dem Preis zu fragen. 

 
Die teuerste Flasche des Abends war wahrscheinlich Glenmorangie "Pride", die Bill dann für Uwe auch noch signiert hat. Leider blieb diese Flasche dann doch verschlossen, aber es war schön, das edle Teil wenigstens mal gesehen zu haben. Nach dem Preis fragt ihr Uwe bitte selber, wenn es euch interessiert.

Sehr zu meinem Ärger habe ich aber meine Tasting-Notizen von diesem Abend verschludert, so dass ich hier nicht mit weiteren Details zum Geschmack dienen kann. Aber vielleicht liest hier ja jemand mit, der dabei war - ihr könnt gerne eure Tasting-Notes und Anmerkungen über die Kommentar-Funktion einstellen.

Ardbeg Day - warten auf Kelpie


Am nächsten Tag habe ich erst mal lange ausgeschlafen, und dann ging es irgendwann nachmittags zum Ardbeg Day. Als Location hatte man den umgebauten Güterbahnhof in der Greifswalder Straße gewählt, und das "Von Greifswald" hat mit seinem Vintage-Charme und großzügigem Platzangebot im Innen- und Außenbereich auch hervorragend gepasst.


Das Programm hat mir in diesem Jahr rundum gefallen, es gab tolle Live-Musik und eine Vielzahl von lustigen Spielen, bei denen die Teilnehmer ihre Whisky-Token verdienen konnten. Soft-Drinks waren im Preis inbegriffen, und da Alkohol bekanntlich hungrig macht, gab es immer wieder kleine Häppchen zum essen. Es gab Beef vom Grill, Hamburger, Seafood und Lachs, also für jeden Geschmack etwas. Besonders beeindruckt hat mich wieder einmal die Liebe zum Detail und der enorme Aufwand, der betrieben wird. Angefangen beim feuergegrillten Lachs über das fantasievolle und elegante Make-Up der Wassernixen bis hin zu den üppigen Kostümen der Flußgeister - das war alles perfekt.

 
Das Besondere Highlight war dann gegen halb sechs  die Präsentation des Kelpie, doch zunächst musste die Abfüllung den Händen des gierigen Wasserungeheuers entrissen werden, und da kam uns dann Lobster zu Hilfe. Ich  wußte zu diesem Zeitpunkt bereits, dass die Abfüllung ursprünglich hätte KGB heißen sollen, und hatte es doch sehr bedauert, dass sich die Chef-Etage in Paris  für Kelpie entschieden hat. Vielleicht hätten wir sonst einen dramatischen Wrestling-Kampf mit  halbnackten Männern sehen können - aber lassen wir das lieber, beim Whisky-Trinken kommt man halt auf jede Menge dumme Gedanken...

Ganz nüchtern war zu diesem Zeitpunkt wohl niemand mehr, und der Kampf zwischen den Meeresgetieren wurde mit viel Gegröle und Beifall aufgenommen. Zum Glück hat Lobster nach einem dramatischen Kampf gewonnen, und der Präsentation der neuen Abfüllung stand nichts mehr im Weg. Dr. Bill Lumsden stieg in den Ring und führte uns durch das Tasting. Gemeinsam erkundeten  wir die seltsam-wuchtigen Aromen der russischen Fässer vom Schwarzen Meer, entdeckten öligen Torf, dumfer Männerschweiß, salziger Seetang, Kiefernharz, Pfeffer und rauchiger Speck, und hatten einen grandiosen Spaß dabei.


Auf Tasting-Notes möchte ich diesmal verzichten, doch einen Tip möchte ich noch geben: wer Corryvreckan mag, sollte unbedingt auch den Kelpie probieren. Der Ardbeg Day 2017 war wieder einmal eine tolle Veranstaltung, und IMO auch eine der schönsten überhaupt.Wenn ihr mehr über den Ardbeg Kelpie erfahren wollt - hier ist der link zu meinem Interview mit Dr. Bill:

Ardbeg Kelpie - was Dr. Bill dazu meint




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