Tasting Notes: Caisteal Chamuis

Schon im November brachten Mossburn Distillers zwei neue Abfüllungen auf den Markt, die verschiedene Malts enthalten und vor allem durch Islay-Rauchnoten gekennzeichnet sind. Blended Malts stehen in der Publikumsgunst nicht an erster Stelle. Zu unrecht, wie ich finde. 


Ich muss mich an dieser Stelle mal outen: ich bin großer Fan von gut gemachten Blends. Vor allem dann, wenn sie nur Malt Whisky enthalten. Durch eine gelungene Mischung von verschiedenen Malts können sie oft eine Komplexität erreichen, die die einzelnen Bestandteile jeder für sich genommen gar nicht bieten können.

Für den NAS-Whisky wurden Malts von Skye, Orkney und Islay verschnitten, für die 12 Jahre alte Abfüllung kamen Malts von Islay und Orkney zum Einsatz.

Die Website gibt folgende Informationen:

"Caisteal Chamuis 12YO beginnt mit einer Komposition aus speziell ausgewählten Island Malts, die zwölf Jahre lang in refill American Oak Hogsheads gereift sind. Anschließend erfolgt die Reifung in einer Auswahl von Oloroso Sherry casks. Das Alter dieses Whiskys hat die maritime Kraft des Torfs etwas abgemildert, aber dies wurde durch die verführerische Tiefe der Eichengewürze und die leichte Süße des Sherry-Fasses wunderbar abgerundet. Reichhaltig mit vielen phenolischen Aromen und einem ausgeprägten rauchigen Abgang.

CAISTEAL CHAMUIS BLENDED MALT SCOTCH WHISKY (NAS) ...reifte anfänglich in first-fill American Oak Hogsheads. Die einzelnen Malts, aus denen dieser Whisky besteht, wurden dann vor einem letzten Finish geblendet, das in kleineren 200-Liter-Bourbonfässern stattfand. Diese zweite Reifezeit und die Vermählung der Aromen fügen den ursprünglichen medizinischen Torfaromen weitere Schichten von frischem, duftendem, rauchigem Eichenholz hinzu und verleihen dem Whisky am Gaumen einen Hauch von Süße und verstärkte Vanille-Noten."

Wo Ruinen von Skye drauf sind, muss nicht unbedingt auch Skye drin sein.


Als problematisch empfinde ich bei diesen Abfüllungen das Design. Auf den Etiketten abgebildet  ist jeweils die Burgruine von Caisteal Chamuis (gesprochen Kash-teel Haam-oosh), die auf der Landzunge der Ostflanke der Knock Bay auf der Isle of Skye liegt. 

Ein guter Freund von mir hatte aufgrund dieser Referenz zu der Insel Skye hoffnungsvoll Talisker Malt in der Mischung vermutet und sich euphorisch die beiden Abfüllungen bestellt. Doch mit Talisker haben die Abfüllungen nichts zu tun. 

In der NAS-Abfüllung befindet sich vermutlich ein Anteil von Torabhaig Malt, der 12jährige enthält gar keinen Skye-Whisky, sondern nur Malts von Islay und Orkney und erinnert geschmacklich auch eher an eine Mischung von Caol Ila und Highland Park Whisky. Entsprechend enttäuscht war dann auch mein Bekannter. Der lachende Gewinner war in dem Fall ich, denn die Flaschen sind letztendlich bei mir gelandet. 

Mein Eindruck:

Mir haben die milden Rauchnoten und Zitrusaromen gut gefallen. Beide Abfüllungen sind harmonisch und gut ausbalanciert. Beim NAS dominieren zudem die Vanille-Aromen, beim 12er die Orangen- und Pampelmusen-Düfte, untermalt von einer dezenten Nussigkeit. Beide Abfüllungen sind gut gemacht, aufgrund seiner Raffinesse würde ich allerdings dem 12er den Vorzug geben. Wem Caol Ila zu heftig und Highland Park zu langweilig ist, könnte hier eine gute Alternative finden.

Preislich liegen die Abfüllungen bei ca. 44,-- bzw. 55,-- Euro, das geht durchaus in Ordnung. 






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