Tasting Notes: Talisker 8, Special Release 2020

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Nach 2018 ist in diesem Jahr erneut ein 8 Jahre alter Talisker Teil der Special Releases von Diageo. Und wie der Name suggeriert, erwartet man von den "Besonderen Ausgaben" auch etwas Besonderes. Kann der neue Talisker 8 die besonderen Erwartungen erfüllen?


Mit den Besonderheiten ist es so eine Sache. Natürlich sind die jährlichen Special Releases von Diageo schon per se etwas Besonderes: sie werden besonders vermarktet, und haben auch einen besonderen Preis. Zudem hat man dem Talisker 8 in diesem Jahr auch eine besondere graphische Gestaltung gegönnt, Dose und Label sind ausgesprochen schön. 

Laut Angabe auf dem Etikett hat dieser Talisker ein Finish in Rum-Fässern erhalten - angeblich zum allerersten mal -  auch das ist eine Besonderheit. 

Abgefüllt wurde in "natural cask strength", also in "natürlicher Faßstärke" (57,9%)  und nicht gefärbt. Damit wären wir jetzt endlich bei den Besonderheiten angelangt, die Einfluss auf den Geschmack nehmen. 

Aber ist der neue Talisker 8 auch besonders gut? Oder ist er einfach nur - besonders teuer?

Meine Tasting Notes:

Talisker 8, Special Releases 2020, natural cask strenght, 57,5%, natürliche Farbe

Farbe: goldgelb

Aroma: Im ersten Anflug viel Vanille, Jod und Salz. Dann folgen Gewürzkräuter, Eukalyptuspastillen, Malzbonbons und Sahnekaramell. Obstaromen tendieren zu Limetten und Bananen, und wenn ich mich richtig anstrenge, kann ich mir auch ein paar Kokosflocken vorstellen. Wer Geduld hat, wird mit heftig schwelenden Rauchnoten belohnt, die erst nach einer Weile stärker werden. 

Geschmack: vollmundig, und im ersten Augenblick auf der Zungenspitze rund und süß wie wie ein Sahnebonbon. Dann wird er kräftiger und schärfer, die Rauchnoten kommen hinzu, die auch jetzt an einen Schwelbrand erinnern. Kräutrige Würze, Chili-Schärfe und eine leicht metallische Note bauen Spannung auf. 

Nachklang: sehr trocken, mit einer kräftigen Portion Asche aus verkokeltem Gummi.

Fazit: Dieser junge Talisker erschließt sich nicht sofort, er braucht eine Weile, ehe er so richtig aufgeblüht ist. Die Rumfässer haben ihm eine überraschend starke Süße mitgegeben, die ich so nicht erwartet hätte.  Mir persönlich fehlt die weinige Seite, die ich bei Talisker immer besonders schätze. Trotz einer ansprechenden Komplexität und ordentlichen Breite vermisse ich hier  Tiefgang und ungestüme Leidenschaft. Kurz gesagt - der neue Talisker 8 mit Rumfass-Finish ist ein sehr schöner, vollmundiger und braver Talisker. Aber keine Offenbarung.

(Transparenznachweis: das Sample wurde mir freundlicherweise von Peter zur Verfügung gestellt.)


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