Tasting Notes: 2x Miltonduff, Signatory Vintage, The Unchillfiltered Collection, Vintage 1995, 18 und 20 Jahre

Miltonduff ist eine alte Brennerei in der Speyside, die gerne übersehen wird. Erbaut wurde sie bereits 1824, und seit 2005 befindet sie sich in Besitz der Chivas Brothers (Pernod Ricard). Der Whisky von Miltonduff findet überwiegend in den Blends von Ballantines Verwendung. Signatory hat schöne-Vintage Abfüllungen aus dem Bourbon-Fass auf den Markt gebracht. Welcher ist besser?


Signatory Vintage ist ein Unabhängiger Abfüller aus Schottland, der seit vielen Jahren immer wieder schöne Einzelfass- oder Vintage-Abfüllungen auf den Markt bringt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auch interessante Vergleiche anzustellen.

Die Vintage 1995 von Miltonduff gibt es in verschiedenen Altersstufen. Hier habe ich für euch die 18-jährige und die 20-jährige Abfüllung miteinander verglichen.  


Meine Tasting-Notes:


Miltonduff, Signatory Vintage, Unchillfiltered Collection, Vintage 1995, destilliert am 23.02.1995, abgefüllt am 06.03.2013, Bourbon Barrels No. 4110-4111, Flaschen-Nr. 295 von 615, ungefärbt, nicht kühlgefiltert

Aroma: 

sehr verhalten, mit zarten Aromen von gelben Früchten wie Apfel, Birne und frische Limette. Darunter verbergen sich auch florale Töne, Lilien blühen in weiter Ferne. Vanille-Aromen und Puderzucker sind nur schwach ausgeprägt, die Süße erinnert an Gummibärchen.

Geschmack:

schöne Öligkeit, sehr wachsig. Kräutrige Würze, zarte Leder- und Tabak-Aromen doninieren, kaum Eiche.

Nachklang: 

bittere Grapefruit, mittelland, eher trocken


Miltonduff, Signatory Vintage, Unchillfiltered Collection, Vintage 1995, destilliert am 23.02.1995, abgefüllt am 24.03.2015, Bourbon Barrels No. 4116-4125, Flaschen-Nr. 294,
ungefärbt, nicht kühlgefiltert


Aroma: 

deutlich kräftiger und würziger als die Abfüllung von 2013, die zwei Jahre länger haben dem Whisky gut getan. Oder vielleicht war auch die beiden Fässer etwas aktiver. Starke Malzaromen werden untermalt von den bereits bekannten gelben Fruchtaromen Apfel, Birne, Limette, aber auch dezente Anklänge von Orangen finden sich hier. Es fehlt ihm die pudrig-blumige Süße, die den 18-jährigen auszeichnet.

Geschmack:

cremig, zart ölig, mit einer leichten Bitterkeit. Kräurige Würze dominiert auf der Zunge.

Nachklang:

mittellang, trocken


Mein Tip:

First-Fill-Fässer und Wein-Fass-Finish sind derzeit der große Trend in der Whisky-Industrie, und die üppigen Fruchtaromen, die dadurch erzielt werden, kommen bei den Käufern gut an. Die vorliegende Abfüllung kann weder mit dem einen, noch mit dem anderen aufwarten. 

Wie die zarte Farbe bereits verrät, waren diese Bourbon-Fässer nur noch mäßig aktiv. Hier spielt das Alter eine Rolle. Eine übermäßige Aromenfülle darf man von solchen Fässern nicht erwarten, wer auf Fruchtbomben und Holzbretter steht, wird enttäuscht werden. 

Diese Miltonduff-Abfüllungen sind ehrliche Whiskys mit subtilen Aromen, deren Stärke im Alter liegt. Obwohl beide Abfüllungen am gleichen Tag destilliert wurden, zeigen sich deutliche Variationen. In der Nase hat mir der 20jährige besser gefallen, auf der Zunge hat mich der 18-jährige überzeugt. Durch ihr günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis eignen sie sich gut als Whisky für jeden Tag. Etwas für Kenner.



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