Tasting Notes: Glenmorangie Astar

Glenmorangie Astar ist gänzlich in Fässern aus amerikanischer Weißeiche gereift, die speziell für Glenmorangie produziert werden. Die Bäume für diese Fässer sind handverlesen und wachsen an den Hanglagen der Ozark Mountains in Missouri. 2008 war der Astar zum ersten Mal erschienen, und schon bald danach vergriffen. Es hat eine Weile gedauert, bis wieder neue Fässer zur Verfügung standen. Im Oktober kehrt der Glenmorangie Astar zurück. Ich konnte die Neuauflage schon jetzt probieren.


Das Besondere am Glenmorangie Astar sind die Fässer, in denen er reift, und die Pressemitteilung, die ich zusammen mit der Geschmacksprobe erhalten habe, verrät einiges zu den Hintergründen über diese besonderen Fässer: Sie werden speziell aus Bäumen gefertigt, die in den nördlichen Hanglagen der Ozark Mountains wachsen. Bäume aus diesen Lagen wachsen langsamer als anderswo und haben eine grobporige Holzstruktur, was sich deutlich auf die Aroma-Bildung des Whiskys auswirkt.

Glenmorangie hat für diese besonderen Fässer den Begriff "Designer-Fässer" geprägt, weil sie sozusagen maßgeschneidert für Glenmorangie hergestellt werden. Nach genauen Anweisungen der Brennerei wurden in den USA aus dem Eichenholz die Dauben geschnitten, die dann zunächst zwei Jahre lang an der frischen Luft trockneten, was die Bildung von Vanille- und Crème brûlée-Aromen fördert. 

Die daraus entstandenen Fässer wurden leicht getoastet, was die Aromenbildung von Mandeln und Kokosnuss begünstigt. Anschließend reifte vier Jahre lang Bourbon in den Fässern. Schließlich wurden  die entleerten Fässer nach Schottland verschifft, wo man sie mit frisch gebranntem Glenmorangie befüllte.

Nachdem er einige Jahre lang vergriffen war, kommt jetzt endlich  die Neuauflage heraus. Ihr könnt Glenmorangie Astar ab Oktober 2017 für 85,-- Euro (UVP) im Fachhandel erwerben sowie auf: http://clos19.com

 

Meine Tasting Notes: Glenmorangie Astar, 52.5%, nicht kühlgefiltert, keine Altersangabe


Farbe: hellgold

Aroma: sofort nach dem Eingießen steigt der Duft von süßem, cremigen Vanille-Pudding aus dem Glas empor, in den man am liebsten seinen Löffel eintauchen würde. Dann kommen die Fruchtaromen dazu: frische Zitrone, Birnen, und Pfirsiche. Der Eindruck von Frische und Sommertag wird durch Noten von Minze,  Kokosnuss und frischen Blüten intensiviert.

Wer Geduld hat, kann sich bis zum Fass durcharbeiten und wird mit zarten Eiche-Aromen belohnt. Staubtrockene Sägespäne entführen uns in die Fass-Werke der amerikanischen Ozarks.

Geschmack: sehr ölig. Wow. Gefällt mir.  Auf der Zunge ist der Astar cremig und überraschend mild, die 52.5% bringen Kraft, ohne zu brennen. Haselnüsse und Gewürznelken bestimmen den Geschmack.

Im Nachklang buttrig und nussig, weich, warm und mittellang.


Mein Tip:

Einer jener üppig duftenden, süßlich-frischen Whiskys, die an trüben Tagen die Erinnerung an den Sommer wecken. Schokolade wird man hier vergeblich suchen. Wer Vanille-Aromen mag, wird reichlich belohnt werden.

Mehr zum Thema:

Die Rückkehr des Fasswunders. Glenmorangie Astar und der Beginn der Aroma-Forschung.

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