Tasting Notes: Io und Pegasus. Zwei rauchige Gestirne des Scotch Universe

Seit kurzem sind die ersten Abfüllungen des neuen, unabhängigen Abfüllers Scotch Universe in Deutschland erhältlich.  Die Firmeninhaber haben dabei den Griff nach den Sternen gewagt und ihre Whiskys nach Himmelskörpern benannt. Über die Köpfe hinter dem neuen Namen hatte ich ja bereits berichtet. Heute möchte ich euch passend zur Jahreszeit zwei rauchige Abfüllungen  vorstellen: Io und Pegasus. Denn diese himmlischen Objekte sollen im Herbst besonders gut zu beobachten sein.



Die Flaschenetiketten bei Scotch Universe muten zunächst kryptisch-rätselhaft an, aber mit etwas Kombinationsgeschick lassen sie sich schnell enträtseln: Hinter den Ziffern und Buchstaben verbergen sich die Angaben nach Alter (in Monaten), Peated oder Unpeated, Fassart, Erst- oder Mehrfachbelegung, und eine Jahreszahl, die auf die Brennerei hinweist. Und TS steht für Tea-Sponed. Zudem sind die Etiketten farbkodiert.



Meine Tasting Notes: 

IO I, 98°, P.1.2' 1815.4'', 57.8%,  ungefärbt, nicht kühlgefiltert

Aroma: zarter Rauch, kaum süß, aber recht floral, mit Gartenkräutern -  aber wo ist das Obst? Dieser Trabant kommt recht vitaminlos daher, vielleicht ein paar Birnenschnitten und ein paar Zitronentropfen, mehr nicht. Dafür bietet er aber diese typischen, schrägen Islay-Aromen: Zigarettenqualm, staubiger Feldweg im Sommer, Dieselöl, alte Lappen, frische Seeluft -  wie ein guter Road-Movie aus den 50ern...

Geschmack: sehr mild und ölig, teerig, salzig, mit etwas Eiche - und holla! mit ganz viel Asche auf der Zunge! Trotz der 57.8% ist er angenehm mild, da ist Wasser nicht wirklich nötig.

Nachklang: mittellang, und lang andauernd

MargareteMarie meint: ein sehr schöner, geradliniger und süffiger Islay-Dram für den gepflegten Genuss. Ein Schnäppchen ist er leider nicht.

Punkte: 84 (von 100)


Pegasus I, 78° P.7.1' 1972.5'' TS, 58.3%, ungefärbt, nicht kühlgefiltert

Farbe: sehr schönes helles kupferrot

Aroma: sehr süß, weinig, leichter Rauch, Vanille, saure Drops und  Traubensaft, trockene Beeren, staubig, nicht übermäßig komplex, aber sehr prägnant. Mit etwas Wasser verdünnt treten die metallischen Aromen der Jugend deutlich zutage

Geschmack:   auch hier tut die Faßstärke nicht weh, aber es prickelt etwas, viel Teer und etwas Asche, kräftig und süffig.

Nachklang: mittellang

MargareteMarie meint:  Man merkt ihm seine Jugend deutlich an, es fehlt ihm an Komplexität und Tiefe. Mir hätten ein paar Jahre mehr gut gefallen. Dennoch kann er durch seine ausgeprägt weinigen Aromen überzeugen. Ein kräftiger, junger Insel-Malt, der etwas aus dem Rahmen fällt.

Punkte: 82 (von 100)

Mehr zum Thema:


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