Adventskalender: Highland Park 25



Die schottische Brennerei Highland Park genießt einen ausgezeichneten Ruf,  ihr Whisky gilt als einer der besten der Welt. Mit einer Vielzahl von limitierten Abfüllungen wie "Leif Erikson", "Earl Haakon" und "Thor" hat man in den letzten Jahren vor allem Begehrlichkeiten bei Whisky-Sammlern geweckt. Doch daneben gibt es auch die Standard-Range von 10-, 12-, 15-, 18-, 25-, 30-, 40- und 50-jährigem Highland-Park. In diesem Jahr wurde der  Highland Park 25 neu aufgelegt. Bei der Ultimate Spirits Challenge in New York erhielt er traumhafte 100 von 100 möglichen Punkten.


Rauch 


Highland Park ist eine der wenigen Brennereien, die noch ihre eigenen, traditionellen Mälzböden, die Floor Maltings, betreiben und das Malz über Torffeuer trocknen.  Diese Methode der Malzproduktion ist aufwändig, anstrengend und kostspielig, die Mehrzahl der Brennereien beziehen ihr Malz heutzutage aus Großmälzereien. Etwa 20 % des Malzbedarfes deckt Highland Park mit der Eigenproduktion ab, wodurch der Whisky einen unverwechselbaren, aromatischen Geschmack nach Torfrauch erhält. Einen kleinen, visuellen Eindruck vermittelt der  folgende Video-Clip von der Website der Brennerei.


 



Sherry


Ein weitere Besonderheit von Highland Park ist die Fassauswahl: der Single Malt der Brennerei reift ausschließlich in ehemaligen Sherry-Fässern aus Amerikanischer oder Spanischer Eiche.

Zuständig für die Fässer von Highland Park ist die Clyde Cooperage. Interessante Details über das Fassmanagement verrät George Espie, der Managing Director der Clyde Cooperage in Glasgow, in einem Video-Clip im Gespräch mit dem Global Marketing Manager von Highland Park, Gerry Tosh.

Die Clyde Cooperage bezieht das Holz für ihre Fässer aus zwei verschiedenen Quellen: Spanische Eiche wird in Nordspanien gefällt, Amerikanische Eiche stammt aus den Wäldern von  Ohio und Missouri. Im Südspanischen Andalusien erfolgt die Weiterverarbeitung zu Fässern, die anschließend an Sherry-Bodegas ausgeliehen  und 2 Jahre lang mit Sherry befüllt werden. Erst danach treten sie ihre Reise nach Glasgow an und von dort weiter auf die Orkney Inseln, wo die Highland Park Brennerei zuhause ist.
Rechnet man die Zeit für Holztrocknung und Fassherstellung hinzu, dauert es 74 Monate, bis ein Fass fertig ist.

Dementsprechend teuer ist ein Fass: während die normalen Ex-Bourbon-Fässer aus amerikanischen Brennereien schon für circa 92 Dollar zu haben sind, kosten die auf Bestellung maßgefertigten Sherry-Fässer ein vielfaches davon: etwa 600 Euro muss die Brennerei pro Fass investieren.





Die Fass-Böttcherei Clyde Cooperage  wurde von Robertson & Baxter circa 1850 gegründet. Heute gehört die Firma zur Edrington Group, in deren Besitz sich auch die schottischen Brennereien the Macallan, Highland Park, Glenrothes und Glenturret befinden.

Meine Tasting Notes:

 

Highland Park 25, OB, 2013, 45.7%vol., non-chillfiltered


Farbe:
tolles, dunkles Gold,

Aroma:
Süß, Heidehonig, Vanille, Zimt, zarte Eiche, nach einer Weile auch saftige Fruchtnoten, aber auch eine leichte Salzigkeit. Sehr harmonisch und komplex. Viel weniger Sherry als ich erwartet habe,  und auch den Rauch nehme ich kaum wahr.

Geschmack:
Mit dem ist nicht zu spaßen, heftig kommt er am Gaumen an, die Zungenspitze kribbelt plötzlich, und auch die Lippen sind für ein paar Augenblicke wie betäubt. Soviel Kraft überrascht mich, mit 45,7%vol.ist er eigentlich nicht übermäßig stark. Er ist sehr harmonisch, aber auch intensiv.

Nachklang:
lang, intensiv, sehr trocken, es dauert ein Weilchen, bis der Speichel wieder fließt

Mein Tipp:
Ein toller Highland Park, aber nichts für zarte Gemüter. Wer nach Orkney reist, sollte wetterfest sein und wilde Schönheit lieben. Für den Whisky gilt das gleiche. Unter dem Weihnachtsbaum eine tolle Überraschung für Kenner.



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hier stinkt was: Die Schattenseiten des Irischen Whiskey-Wunders

Lowlands: diese 10 Brennereien musst du besichtigt haben

Wie gut ist alter Whisky wirklich?

Deutschlands beliebtester Single Malt

Exklusiv von der Whisky-Fair: Interview mit Whisky-Sammler Diego Sandrin