Adventskalender: Blackstone, 12, von Aldi




 

Einen guten Whisky zu finden, ist kein Problem. Vorausgesetzt man hat das nötige Geld. Die meisten Hersteller  bieten mittlerweile eine Vielzahl von erstklassigen High-End-Produkten  zu erstklassigen Preisen an. Doch gibt es auch gute Single Malts am anderen Ende der Skala, im Tiefpreisbereich? Aldi versucht es immer wieder zur Weihnachtszeit. In diesem Jahr bietet der Discounter einen 12jährigen Single Malt unter dem Hauslabel "Blackstone" für 19,99 Euro.

Viel Informationen gibt das Etikett nicht her, aber immerhin, es ist ein Single Malt, mindestens 12 Jahre, aus den schottischen Highlands. Ein first-fill-Sherry-Fass würde ich hier nicht erwarten, aber er sollte dennoch eine ordentliche Qualität bieten. Im vergangenen Jahr gab’s fürs gleiche Geld noch einen 18jährigen, doch die Preise für Single Malt sind in den letzten 12 Monaten drastisch gestiegen. Bei 20 Euro gibt es nicht allzu viele Alternativen, vielleicht noch einen Drumguish oder eine halbe Flasche Highland Park 10.

Farbe:
schönes Karamell

Aroma:
Stark ausgeprägtes Malz-Aroma, kräftiges Sauerteig-Brot. Darunter ist auch eine dezente Fruchtnote verborgen, Zitrus und Pfirsich, schwach-würzig, ein bisschen Honig, Vanille, Karamell, und Liebstöckel, nicht so ganz mein Ding. Er hat große Ähnlichkeit mit dem 10jährigen Glen Deveron, aber er ist etwas milder und die Fruchtnote ist deutlich schwächer ausgebildet. Nicht allzu komplex. Wasser schadet ihm nicht, macht ihn aber auch nicht besser.

Geschmack:
Angenehm mild, mäßig süß, eher floral und wächsern.

Nachklang
mittelkurz

Insgesamt ein ordentlicher Malt für den kleinen Geldbeutel, aber etwas ausdrucksschwach. Kein Wow-Effekt. Ich vermisse das frische Obst und die Saftigkeit, die Highland-Malts oft auszeichnet.

Mein Tip:
Für Einsteiger ist er wenig geeignet, er ist zu unscheinbar, um Neulingen die aufregende Aromen-Vielfalt eines Single Malts näher zu  bringen. Wenn es ein Highland-Malt sein soll,  würde ich als Alternative eher einen Glenmorangie Original empfehlen. Der kostet zwar ein paar Euro mehr, ist aber in vielen Supermärkten problemlos erhältlich und bietet deutlich mehr Aroma. Der Blackstone von Aldi  lohnt sich eher für Vieltrinker, die ihr Budget schonen müssen. Er passt ganz gut direkt nach dem Essen als Verdauungs-Malt, wenn die Zunge schlapp macht und der Magen Unterstützung braucht. Oder  auch gut in einem Hot Toddy, wenn Erkältung droht.  Bei mir kommt er wohl in den Dessert. Ich probier ihn an Weihnachten mal in einem Cranachan:-)

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unter die Lupe genommen #4: Marketing-Märchen (The real Glenlivet)

Interview with Martin Markvardsen, Highland Park

Tasting Notes: Talisker 25, 2012, 45.8%

Unter die Lupe genommen#3: Bourbon Hogshead (Glen Keith, 26 Jahre, WW8)

Big Peat: 25 Jahre, limited Edition

Irish Renaissance: Wo kommt der ganze Whiskey her?